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Romancero — Letzte Gedichte.
Kodizill zu dem Vermächtnis:In Vergessenheit versenkenSoll der Herr en'r Angedenken,Er vertilge eu'r Gedächtnis.
23.
Unknnt PVI',1,1.
Verlorner Posten in dem Freiheitskriege,
Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus.
Ich kämpfte ohne Hoffnung, daß ich siege,
Ich wußte, itie komm' ich gesund nach Haus.
Ich wachte Tag und Nacht — ich könnt' nicht schlafen,Wie in dem Lagerzelt der Freunde Schar —
(Auch hielt das laute Schnarchen dieser BravenMich wach, wenn ich ein bißchen schlnmmrig war).
In jenen Nächten hat Langweil' ergriffenMich oft, auch Furcht — snur Narren furchten nichts)Sie z» verscheuchen, Hab' ich dann gepfiffenDie frechen Reime eines Spottgedichts.
Ja, wachsam stand ich, das Gewehr im Arme,Und nahte irgend ein verdächt'ger Gauch,
So schoß ich gut und jagt' ihm eine warme,
Brühwarme Kugel in den schnöden Bauch.
Mitunter freilich mvcht' es sich ereignen,
Daß solch ein schlechter Gauch gleichfalls sehr gutZu schießen wußte — ach, ich kann's nicht leugnen —Die Wunden klaffen — es verströmt mein Blut.
Ein Posten ist vakant! — Die Wunden klaffen —Der eine fällt, die andern rücken nach —
Doch fall' ich unbesiegt, und meine WaffenSind nicht gebrochen — Nur mein Herze brach.