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2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
82
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Nomcmccro Letzte Gedichte.

Eine große That in Worten,Die du einst zu thun gedenkst!-O, ich kenne solche SortenGcist'ger Schuldcnumcher längst.

Hier ist Rhodus, komm und zeigeDeine Kunst, hier wird getanzt!Oder trolle dich und schweige,

Wenn du heut nicht tanzen kannst.

Wahre Prinzen aus Genie-LandZahlen bar, wag sie verzehrt,Schiller, Goethe, Lessing, WielandHaben nie Kredit begehrt.

Wollten keine OvationenVon dem Publiko ans Pump,

Keine Vvrschuß-Lorbeerkrvncn,Rühmten sich nicht keck und plump.

Tot ist längst der alte Junker,Doch sein Same lebt noch hentO, ich kenne das GeflunkerKünftiger Unsterblichkeit.

Das sind Platens echte Kinder,Echtes Plateniden-Blut

Meine tcuern Hallermünder,

O, ich kenn' euch gar zu gut!

Diesseits nnd jenseits des Rheins.

Sanftes Rasen, wildes Kosen,

Tändeln mit den glühnden Rosen,

Holde Lüge, süßer Dunst,

Die Veredlung roher Brunst,

Kurz, der Liebe heitre Kunst

Da seid Meister ihr, Franzosen!

Aber wir verstehn uns baß,Wir Germanen, auf den Haß.Aus Gemütes Tiefen quillt er,

Deutscher Haß! Doch riesig schwillt er,Und mit seinem Gifte füllt erSchier daS Heidelberger Faß.