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74 Romancero — Letzte Gedichte.
Aus der Tiefe ihres ElendsSchauten sie zu mir empor,
Wie mit weißen Geisteraugen,
Daß ich schier darob erschrocken.
Wer sind diese Jammerbilder?
Rief ich aus, indem ich hastigDon Diegos Hand ergriff,
Die gezittert, wie ich fühlte.
Don Diego schien verlegen,
Sah sich um, ob niemand lausche,
Seufzte tief und sprach am Ende,
Heitern WeltinannSton erkünstelnd:
„Dieses sind zwei Königskinder,
Früh verwaiset, König PedroHieß der Vater, und die MutterWar Maria de Padilla.
„Nach der großen Schlacht bei Narvas,Wo Henrico TransmatareSeinen Bruder, König Pedro,
Von der großen Last der Krone
„Und zugleich von jener größernLast, die Leben heißt, befreite:
Da traf auch die BruderskinderDon Henricos Siegergroßmut.
„Hat sich ihrer angenommen,
Wie es einem Oheim ziemet,lind inr eignen Schlosse gab erIhnen freie Kost und Wohnung.
„Enge freilich ist das Stäbchen,
Das er ihnen angewiesen,
Doch im Sommer ist es kühlig,
Und nicht gar zu kalt im Winter.
„Ihre Speis' ist Roggenbrot,
Das so schmackhaft ist, als Hütt' esGöttin Ceres selbst gebackenFür ihr liebes Proserpinchen.
„Manchmal schickt er ihnen auchEine Kumpe mit Garbanzos,
Und die Jungen merken dann,
Daß es Sonntag ist in Spanien.