Druckschrift 
2 (1900) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

ö4 Nomancero Letzte Gedichte.

Leicht gelang's hineinzukommenEinst durch List dein klugen Cortez,Doch die Rückkehr nach dem FestlandBot fatale Schwierigkeiten.

Mexiko, die Jnselstadt,

Liegt in einem großen See;

In der Mitte, flutumrauscht,

Eine stolze Wasserfestung,

Mit dem Uferland verkehrendNur durch Schiffe, Floße, Brücken,Die auf Riescnpfählen ruhen;

Kleine Inseln bilden Furten.

Noch bevor die Sonne aufging,Setzten sich in Marsch die Spanier:Keine Trommel ward gerührct,

Kein Trompeter blies Reveille.

Wollten ihre Wirte nichtAns dem süßen Schlafe wecken(Hunderttausend IndianerLagerten in Mexiko.)

Doch der Spanier machte diesmalOhne seinen Wirt die Rechnung;

Noch frühzeit'ger aufgestandenWaren heut die Mexikaner.

Auf den Brücken, auf den Flößen,Auf den Furten harrten sie,

Uni. den AbschiedStrnnk alldvrtcnIhren Gästen zu kredenzen.

Auf den Brücken, Flößen, FurtenHei! da gab's ein toll Gelage!

Rot in Strömen floß das Blut,Und die kecken Zecher rangen

Rangen Leib an Leib gepreßt,Und wir sehn auf mancher nacktenJndianerbrust den AbdruckSpan'scher Rüstungsarabesken.

Ein Erdrosseln war's, ein Würgen,Ein Gemetzel, das sich langsam,Schaurig langsam, weiter wälzte,

Über Brücken, Flöße, Furten.