Romancero — Letzte Gedichte.
Einer nur, ein einz'gcr Held,
Gab uns mehr und gab uns BeßresAls Kolumbus, das ist jener,
Der uns einen Gott gegeben.
Sein Herr Vater, der hieß Amram,Seine Mutter hieß Jochebeth,lind er selber, Moses heißt er,lind er ist mein bester Heros.
Doch, mein Pegasus, du weilestViel zu lang bei dem Kolumbus —Wisse, unser hent'ger FlugrittGilt dem g'ringern Mann, dem Cortez.
Breite aus den bunten Fittich,Flügelroß! und trage michNach der Neuwelt schönen: Lande,
Welches Mexiko geheißen.
Trage mich nach jener Burg,
Die der König MontezumaGastlich seinen span'schen GästenAngewiesen zur Behausung.
Doch nicht Obdach bloß und Atzung,In verschwenderischer Fülle,
Gab der Fürst den fremden Strolchen —Auch Geschenke reich und prächtig,
Kostbarkeiten, klug gedrechselt,Von massivem Gold, Juwelen,
Zeugten glänzend von der Huldlind der Großmut des Monarchen.
Dieser uncivilisierte,
Abergläubisch blinde HeideGlaubte noch an Treu' und Ehrelind an Heiligkeit des Gastrechts.
Er willfahrte dem Gesuche,Beizuwohnen einein Feste,
Das in ihrer Burg die SpanierIhm zu Ehren geben wollten —
Und mit seinem Hofgesinde,
Arglos, huldreich, kam der KönigIn das spanische Quartier,
Wo Fanfaren ihn begrüßten.