Militärische Maßnahmen. 387
betreffs der Verwaltung an diesen höchst vertrauenswerten Mann ge-langen lassen Schönborn erstreckte seine Verwaltung auch auf dieüberrheinischen Besitzungen des Fürsten von der Lehen und erließ andie dortigen Beamten wie an Schmidt in Seelbach Weisungen. DiePassiva des Fürsten betrugen über 185 000 Gulden, die Jahreszinsendaraus über 8600 Guldens durch französische Requisitionen zur Pro-viautierung der Festungen, durch Lieferungen an die Heere und durchHeereszüge waren die fürstlichen Besitzungen links des Rheins so er-schöpft, daß ihre Renten zur Zahlung der daraus haftenden Besol-dungen und Pensionen und zur Abstoßung der Kapitalzinsen nicht hin-reichten. Die 29 Köpfe starke equipierte Landwehr von HohengeroldseckWurde am 30. Januar 1814 Baden übergeben, dem badischen5. Landwehrbataillon einverleibt und ging mit zur Blockade von Kehl,das reguläre Militär von 29 Mann trat erst nach der Entschließungdes badischen Kriegsministeriums vom 2. April am 7. April 1814in ein badisches Infanterieregiment ein; nach badischem Muster sollteauch in Hohengeroldseck ein Landsturm organisiert und dem badischenGeneralkommando untergeordnet werden. Für diese Leistungen warenim April 1814 5446 Gulden 40 z Kreuzer an die badische General-kriegskasse zu entrichten und bis Ende 1814 mußten die Ausgaben,ohne die Kosten für Equipierung der Landwehr und Organisierungdes Landsturms, sich auf 11000 Gulden belaufen) da die Einnahme-quellen hierzu nicht ausreichten, so mußte aus der fürstlichen Zentral-kasse, obwohl sie erschöpft war, ein Vorschuß genommen werden. Da-mit die Steuerkasse die vermehrten Zahlungen leisten könnte, setzteSchönborn nach dem Vorbilde Badens eine außerordentliche Ver-mögens- resp. Kriegssteuer in Hohengeroldseck an.
Stein hatte den Sequester auf das Kohlenbergwerk in St. Ingbertaufgehoben, „weil dieser Sequestrationsgegenstand als Privateigentum er-schien" 2) das Bergwerk wurde jetzt auf Rechnung der verbündeten Mächtebetrieben. Den leyenschen Hof in Koblenz bewohnte nun der Gouverne-mentskommissar Freiherr von Vincke, im Saffiger Hause in Koblenzwar ein Zwiebackdchot, und Schönborn bat Stein, alle diese Besitzungendem Fürsten von der Lehen wieder zurückzugeben. Die Herrschaft Gon-
' Schönborn an Stein, Seelbach, 5. Januar 1814. (O., e.)- Stein an Schmitt in Wiesentheid, Chaumont, 10. März 1814, e.
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