Tod der Gräsin-Mutter Marianne.
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ausgewichen werden kann, wie man in der Folge bedient wird: solange das Eisen warm ist, muß man schmieden, sonst Hilst kein Zu-schlagen mehr! Es ist demnach höchst nötig, schleunig zu sorgen,daß man sich einer ziemlich starken Summe versichere, damit dieseZahlungen sobald als möglich geleistet werden können, weil schoneinige sehr deutlich daraus gestimmt haben; hier zu Lande ist man indergleichen Sachen nicht sehr komplimentuös. Seine Exzellenz sindgesonnen, sobald wie möglich mit den Verkäufen der verschiedenenzerstreuten Besitzungen und Kellereien anzufangen, — bloß allein dieHerrschaft Blieskastel mit Zubehörden ist zurzeit davon ausgenommen —,um sich von allen drückenden Lasten zu befreien". Deshalb bestimmteder Graf eine Kommission, bestehend aus Cordier, Schmidt undBrixius doch fügte er seiner Verordnung bei, „zur Bestreitung derunvermeidlichen Präsente solle Brixius eine Anschaffung von 10 bis15 000 Gulden in Zeit drei Wochen besorgen"; Brixius „standen dieHaare über diesen Punkt zu Berge" 2.
Als Talleyrand der Gräfin-Mutter am 16. Juni 1804 die Auf-hebung des Sequesters meldete, war sie schon sehr krank; ihre pe-kuniäre Notlage erschwerte noch ihre Krankheit. Sie starb in Frank-furt am 10. Juli 1804. Sie wollte in der dortigen Liebfrauenkirche-beigesetzt werden, der Magistrat aber gestand dies nicht zu, „weshalbdas expeäiens ergriffen wurde, den Transport der Leiche nach Heusen-stamm zur schönbornischen Familiengruft zu vollziehen". „In Bezugauf die Verlassenschast der hochseligcn Gräfin wird es windig aus-sehen, da, so viel mir bekannt ist, die Passiva den Aktivstand umdrei Viertel übersteigen", schrieb Brixius Die vorhandenen Passivades gräflichen Hauses erhöhten sich aus dem Nachlasse um wenigstens100 000 Gulden-.
Obwohl Graf Stadion und seine Gemahlin, wie die GräfinSchönborn auf Ansprüche an Mariannens Erbe Verzicht geleistethatten, wollte Graf Stadion jetzt nichts davon wissen, ging zur In-ventarisierung nach Frankfurt und hoffte viel vom Werte der
1 Brixius an Cordier, Frankfurt, 7. Juli 1804. (O. Nr. 5480. H.W.)
^ BrixiuS an Schmidt, Frankfurt, 6. Juli 1804. (O. H.W.)
° Marianne schrieb „ctavs l'LZIiss cls Ilolre-Oams".
^ An Schmidt, Frankfurt, 2». Juli 1304. (O. H.W.)
° Brixius an Schmidt, Frankfurt, 11. August 1804. (O., e.)