Der Erste Konsul.
fischen Gesandtschaft wie in Regensburg und in Ochsenhausen gemachtWorden seien, Fehler, „die uns keine Ehre machen und dabei den ver-derblichen Verlust zufügten". Es gebrach an der rechten Leitung derDinge.
Am 16. August 1803 erließ Philipp ^ aus Wiesentheid ein Pro-niemoria von 19 Paragraphen an die Reichsversammlung in Regens-burg. Er entwickelte seinen ganzen Verlust und seine stets getäuschteHoffnung und empfahl seine „von seltener Evidenz" unterstütztegerechte Reklamation „der Gerechtigkeit der höchsten vermittelndenMächte, Seiner Kaiserlichen Majestät und seiner höchst- und hohenMitstände". Im Anhange taxierte er seinen Verlust auf 4 087189Gulden, seinen jährlichen Revenuenverlust ans 370 616 Gulden. DasSchreiben Philipps gelangte durch den Kurerzkanzler in Negensburgim August zur Diktatur.
Krieger berichtete dem Oberamtmann Schmidt 2, Bonaparte seigegen Rußland und gegen dessen Schützling, den Kurfürsten vonBaden, abgekühlt und werde deshalb jetzt Lehen sehr begünstigen; erriet, Graf Philipp solle seine Gemahlin nach Paris rufen, „um denEinfluß zu gewinnen, den schöne Damen bei Unterhandlungen er-würben". Diesem Vorschlage „pflichteten der verwitweten Frau GräfinExzellenz nicht bei, teils weil es im Charakter der regierenden FrauGräfin nicht liegt, frech wie Französinnen zu sein, teils weil der sehrnotwendige Aufzug in Putz und Geschmuck (sie!), wie es zu Regens-burg der Fall war einen üblen Eindruck machen und zu sagen ver-anlassen würde, daß Dxe""° doch nicht so verlegen, nicht so bedrücktwären" 4.
Eine Wendung zum Besseren schien endlich einzutreten, als derErste Konsul nach der großen Parade vom 27. September den GrafenBeust am Arme nahm, ihn zum Großrichter Rögnier führte unddiesem sagte: „Da sich der Kurfürst - Erzkanzler durch Graf Beust sosehr für den Grafen von der Lehen interessiert, so machen Sie mirauf der Stelle Ihren Bericht über seine Sache, um sie zu beendigen."Niignier „verbeugte sich bis bald zur Erde" uud begehrte sogleich von
^ Gedruckt. H.W.
' Paris. 22. September 1803. (O. H.W.)
2 Gräfin Sophie hatte ihren Gemahl dorthin begleitet.< BrixiuS an Schmidt, Frankfurt, 23. September 1803. (O.
H.W.)