Hoffnungen aus den Ersten Konsul.
Gütern und Entschädigung hingehalten worden"; „der zweite Teilsolcher Unglückskomödie beginnt jetzt in Paris"; um den Grafen vomGedanken an die Restitution seiner Güter abzubringen, spiegele man ihmvor, man wolle sie vor der Aufhebung des Sequesters kaufen undihm bar bezahlen. „Gott welche Aussicht; möchte doch jemand denHerrn Grafen über das wahre Interesse aufklären. Hochselbigermachen sich alles Mitleidens, alles Schutzes von Kaiser und Reichverlustig, eine solche Nachgiebigkeit zu bezeigen. Wenn es die Fran-zosen gut meinten, würde die Aufhebung des Sequesters die besteGelegenheit sein, solche darzulegen ... aber da liegt die Angel ver-borgen und das vorgehaltene bare Geld muß das Blendwerk voll-enden." Und am 7. Juli 1803 schrieb ^ Philipps Oheim, der Dom-kapitular Graf Damian Friedrich von der Leyen, an seine SchwägerinMarianne nach Brückenau: er und sein Bruder, Graf Franz ErweinSylvester, hätten über die ihrem Neffen gemachten Vorschläge nach-gedacht; dieselben seien sehr verfänglich (oaxtioux), es hätte mancherleiUnzuträgliches, die Güter vor der Aufhebung des Sequesters zu ver-kaufen, und man böte einen sehr niedrigen Preis. „Da der ErsteKonsul den Neffen recht höflich empfangen hat", meinte Damian,„und dieser im Memoire und im Brief an den Ersten Konsul dieAushebung des Sequesters fordert, man sie ihm aber nicht gewährt,so läßt mich dies befürchten, daß die Regierung unter der Hand spieleoder daß die Käufer mehr als wir begünstigt werden. Dies darfjedoch meinen Neffen nicht entmutigen, auf Aufhebung des Sequesterszu bestehen, obwohl er, wie ich fürchte, nicht reüssieren wird." DerOheim riet, sein Neffe solle jedenfalls, bevor er sich zu etwas ent-schließe, den Kurerzkanzler befragen, „da der Erste Konsul ihm gesagthat, man werde wegen des Kurerzkanzlers für ihn eine Ausnahmemachen. Als Fürst, der gewohnt ist, die Affären von sich selbst herzu behandeln, wird er ihm gewiß gut raten". Weder von Stüde!noch von Feder sollten fortan des Grafen Geschäfte betreiben, derGraf wollte sie selbst besorgen, „indem er nur allzu klar eingesehen,wohin dieser Herren Zweck ginge" 2. Täglich träten die großen poli-tischen Fehler mehr zutage, die von leyenschcr Seite bei der franzö-
1 Würzburg. (O. Nr. 5485. Kiste 53. 8. v. <-. H.W.)
2 Kricgcr an BrixiuS, Köln, 14. und 18. August 1803. (O, e.).