Druckschrift 
Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
340
Einzelbild herunterladen
 

S4V

Preußische Intervention.

letzten Neichskrieges werde, und daß nur bei diesem die gerechtenGrundsätze des Entschädignngssystems ganz allein nicht in Anwendungkommen", und bat den König, ihm und seinem Hauseseine vorigepolitische Existenz wieder gratiösest zu verschaffen". Philipp schriebauch an Haugwitz Er hoffte zuversichtlich auf eine Instruktion desKönigs an Lncchesini, er solle seine Sache in Paris begünstigen.Graf Hardenberg aber, der eben das Auswärtige Amt verwaltete,schrieb an Philipp 2, es sei Wohl wenig zu machen, da dieeigentlicheEntschädigungsmasse schon erschöpft sei", und vertröstete ihn nur. DerKurerzkanzler übermittelte dies Schreiben Hardenbergs an Philipp,und der preußische Staatsminister Graf Görtz schrieb " an FriedrichWilhelm III.:Nach dem lebhaften Anteil, den dieser Kurfürst andem sehr traurigen und unglücklichen Schicksal seines Neffen nimmt,und dem natürlichen Wunsch, ihm geholfen zu sehen, erkennt derselbezwar mit lebhaftem Dank die in demselben Schreiben zugesicherte groß-mütige Teilnahme und bereitwillige Unterstützung, mißkennt aber nichtbei dem Mangel von noch ausfindig zu machenden Mitteln die wahr-scheinliche Unmöglichkeit, dem Grafen von der Lehen eine Entschädi-gung verschaffen zu können. Der Erste Konsul hat ihm zwar dieRückgabe seiner noch unter dem Sequester liegenden Herrschaften, aberunter der Bedingung zusagen lassen, daß er dieselben käuflich seinemBruder Josef Bonaparte überlasse und er hat dabei die äußerst be-schwerliche Bedingung gemacht, daß, wenn der Ertrag dieser Güterunter der Administration des neuen Besitzers geringer ausfallen würde,als ihn der Graf angegeben, er nur die Hälfte des Kaufpreises zuerhalten hätte."

Wie stand es mit Graf Philipps Aussichten in Paris? Am26. Juni schrieb Brixius ^ an Cordier, letzterer wisse ja, wie derGrafin Regensburg mit leeren Versprechungen von Fürsteutitcl,

> Paris, 24. Juni 1803. (O., e.)

' Berlin, 23. August 1303. (K., e.)

' Regensburg, 16. September 1803. (O., e.)

^ Der frühere leyenschc Hofkammerrat I. A. Stengel erwähnt des Gerüchts,der Graf habe seine sämtlichen diesseitigen Güter dem Senator Lucian Bonaparteverkauft. (An Brixius, Bonn, 17. Oktober 1803. O. Aisoollauea 1803. H.W.)Stete Forderungen von Gläubigem, Bitten der Gräfin-Mutter und der regierendenGräfin um Geld füllen die Akten von 1803 im H.-A. zu Waal.

° Frankfurt, 26. Juni 1803. (O. Nr. 5480. H.W.)