Philipps Darstellung in Negensburg,
uns alle. ... Exzellenz ^ gaben mir bei der Abreise die Erlaubnis,im Fall der Not ihr silbernes Service, das 6000 an Silber wert ist,zu versetzen. Daß wir kein Geld haben, keine Gesandten, keine Pro-tektion haben, das ist leider Gottes wahr. Bei dem Frieden vonCampo Formio hatten wir doch gute Freunde, die uns namentlichausnützten; vielleicht würde es jetzt auch so sein, wenn nicht Toskanadazwischen gekommen wäre und wahrscheinlich nun ein anderer Planzu Grund liegt, nach welchem die kleineren weltlichen Wohl auchwerden aufgeopfert werden. .. ." Cordier bat Philipp, in Wien demKaiser und seinen Ministern seine Lage persönlich vorzustellen; erschlug auch Philipp vor, die Gräfin-Mutter solle mit einem seiner Rätenach Paris reisen, „wohin alles läuft oder schickt". Cordier sprachseinem Herrn die Befürchtung offen aus, auch alle kleinen weltlichenStände ohne votum virils würden aufgehoben, und schickte ihm einSchreiben an Trauttmansdorff mit Beifügung von Etats. „An denOberkonsul", so schloß Cordier sein langes Schreiben vom 14. März,„wollte ich auch gern ein Schreiben aufsetzen, aber französisch schreibenist nicht wohl meine Sache und hier habe ich keine Bekanntschaft."
Graf Philipp selbst schrieb 2 aus Nürnberg am 20. März 1801an den Reichsdirektorialgesandten Freiherrn von Steigentesch nachRegensburg: „Beinahe das ganze Vermögen meines Hauses liegt aufder anderen Seite; es besteht 1) aus mehreren ansehnlichen Herr-schaften, die ich mit aller Hoheit besaß, sie enthielten 63 Ortschaftenund ungefähr 18 000 Seelen, ihren Flächengehalt ... geben die neuerenstatistischen Schriftsteller auf 8 Qnadratmeilen an. ... Sie warenkaiserliche, erzherzoglich österreichische, kurfürstliche und fürstliche Lehen.Dann 2) aus mehreren anderen Besitzungen, die unter 9 verschiedeneRezepturen verteilt waren. Alles zusammen ist nach einer ... imDurchschnitte gemachten Berechnung der Gegenstand einer jährlichenRente von 258 914 Gulden. Ich übergehe den sonstigen äußerst be-trächtlichen Schaden, den ich durch die so langjährige Entbehrungaller jenseitigen Einkünfte und durch die im Jahre 1793 gescheheneZerstörung meiner Schlösser und Wohnungen, durch die Hinwegnahmealler Vorräte und meiner Mobiliarschaft usw. erlitt. Das Glückmeines Hauses hängt lediglich von der Erhaltung einer angemessenen
- Graf Philipp.
- Kt. (Nr. 5431. H.W.)