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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
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Graf Philipp.

glücklich, daß sie ihm das Tafelgeschirr und das Archiv nicht mit-genommen haben, doch muß dasselbe ihnen verraten worden sein,denn man fand die eisernen Platten vom Kamin, in dem alles ver-steckt war, weggenommen und ein Loch in die Mauer geschlagen; ichhoffe, Lips wird endlich so vernünftig sein, alles wegzunehmen undfern vom Kriegstheater in Sicherheit zu bringen." General GrafKalckreuth erklärte Blieskastel für jetzt völlig geschützt Die imWaaler Hausarchive liegenden ^Schätzungen von Beschädigungen gräf-lich von der Leyenscher Besitzungen" vom Oktober 1793 zeigen unsin den Schlössern und Lusthänsern Blieskastel, Bagatelle, Philipps-burg, Annenhof, Monplaisir, Gräfinthal alles verwüstet, der Schadenbelief sich auf 184 284 Gulden 40 Kreuzer.

Graf Philipp hatte noch minderjährig am 15. Mai 1788 dieGräfin Sophie Therese von Schönborn zu Wiesentheid geheiratet undWar Vater einer Tochter, s. Stammtafel 2. Er nahm das Lebenleicht und ließ sich in Frankfurt, wo er nun auch lebte, nichts ab-gehen, während es daheim furchtbar aussah. Bevor der Feind nachSaargemünd abzog, zündete er im November 1793 das BlieskastelerSchloß an. Frau von Dalberg schrieb ihrem SohnesBlieskastelsteht in Feuer, das Archiv von Lips ist nicht davor gerettet weiler, seine Möbel wegschaffen zu lassen, den alten Pergamenten vorzog,deren Langweile er flieht. Seine italienische Reise war mit einemGefolge von mehreren Wagen beschlossen, vielleicht verleidet ihm derneue Verlust die Lust daran, wenigstens wird er ihm die Geldmitteldazu erschweren; man ist wahrhaft betrübt darüber, daß der jungeMann bei so viel guten Eigenschaften kein Körnchen Vernunft besitzt.Das ist die Frucht von zu viel nachgesehenen Jugendphantasien undvon der Erschöpfung jeden Genusses, er ist blasiert. Die Perspektive

5 An Philipp, 16. Oktober 1793. (O. H.W.)

- 106. 0. a.

22. November 1793. (O. H.H.)

^ Ein Irrtum! Das Archiv wurde in 106 Kisten nach dem Ehrenbreitstein,im Dezember 1793 nach Frankfurt gebracht, war einige Zeit auf dem SchönbornschenSchlosse Gaibach und kam 1803 über Frankfurt nach Ahrenfels. Jetzt ist es inWaal. Ein Teil aber, 12 Kisten, kam 1840 nach Speier und bildet, um eine Liefe-rung aus Koblenz vermehrt, einen Teil des Königl. Bayrischen Kreisarchivs daselbst.(Archivalische Zeitschrift von Franz von Löher, Bd. 3, S. 209. Stuttgart 1878;Zentralverwaltung. Nr. 5463. K. 53, 7. H.W.)