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Plünderung in Blieskastel.
Scheid und Frau, die Moranville, alle Räte, später die Jäger, undließ sie nach Metz oder Paris bringen, wo sie bis August in Haftblieben. Regierung und Kammer wurden sequesticrt, Vieh und Vor-räte weggeschleppt; das ganze Schloß in Blieskastel wurde seit16. Mai unter Boutays^ Führung ausgeraubt uud demoliert; trotzkniefälliger Bitten der Einwohner rissen die Räuber die Klammernheraus, welche die Strebemauern verankerten; nur die Sprengung undSchleifung des Schlosses unterblieben; kostbare Spiegel, Glastüren,Goldleisten wurden auf Wagen gepackt; was aber zu schwer fortzu-schaffen war, wurde verkauft und man findet heute noch in BlieskastelMöbel mit Monogramm der gräflichen Familie 2. Das Naturalien-kabinett Mariannens, ihre Münzsammlung und Bibliothek wurden ver-schleudert, der Sommersitz Bagatelle zerstört, die Salzvorräte der se-questrierten Saline Rülchingen wanderten nach Frankreich, die herr-schaftlichen Waldungen wurden abgeholzt. Die gräfliche Familie erlitteinen Schaden von 1823 405 Gulden, wenn man nur Mobiliar,Gold, Silber, Jahresrenten und Kornvorräte berechnete, in seinemPromemoria von 1795 bezifferte Graf Philipp den Schaden ans 2 Mil-lionen Gulden und „alle diese Untaten geschahen, ohne daß von demgräflichen Hause der geringste Anlaß gegeben worden wäre". DasFranziskanerkloster wurde geplündert, der Sarg von Mariannens Ge-mahl umsonst nach Gold durchsucht, die Glocken wurden herabgerissen,die Franziskaner mit Soldaten über die Grenze geschafft, auch dieanderen Geistlichen mußten flüchten.
Zur ihrer Rechtfertigung ließen die jakobinischen Volksrepräsen-tanten bei der Moselarmee, Loubranh, L. Maribon, Montant, Le-vasseur de la Meurthe und Maignet, eine Proklamation vom 2. Juni-'von den Kanzeln verlesen, die unter der Firma „Friede den Hütten,Krieg den Schlössern" und den lächerlichsten, verlogensten Beschuldi-gungen die Sequestrierung und Verhaftung des Fürsten zu Nassau-Saarbrücken und der „Vnins verfügte und alle Schritte
^ Boutay bereicherte sich schamlos.
^ Heute ist z. B. Mariannens schöner Schreibtisch im Besitze Wittenmeiers (s. 0.);ein Plünderer hatte ihn seinerzeit uin ein Geringes verkauft.
2 „Metz, im 2. Jahr der einen und unteilbaren Frankenrepublik." (H.W.)Die Franzosen in Saarbrücken und in den deutschen Reichslanden, im Saargau undim Westrich, in Briefen von einem Augenzeugen. 2 Bände. Seltene Schrift, anonym.Autor: Philipp Bernhard Horstmann.