Mariannens Flucht.
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sie eben auch in Neunkirchen an der Blies gemacht werden solltenIn Mariannens Haltung allein lag jetzt ihr Heil. Sehr barsch be-fahl sie Boutay, einige Augenblicke im Vorzimmer zu warten, eilte indas oben erwähnte Kämmerchen, legte Magdkleider an und flüchteteüber eine versteckte Wendeltreppe 2 durch ein Souterrainfenster insFreie, während alle Ausgänge des Schlosses besetzt waren. Den Berghinab eilte sie in die Stadt, konnte aber hier nicht bleiben, sondernschlich sich, die feindlichen Wachfeuer umgehend, über Berg und Talnach Rubenheim, wo sie bei Tagesgrauen bei dem Pfarrer M. W.Jnngbluth 2 und seiner Schwester anlangte. In der kommenden Nachteilte sie weiter, zwei Nächte verbrachte sie auf Stroh im feuchten Holz-stalle der Tagelöhnersleute Johann Zahn und Gertraud Vogelgesangin Herbitzheim zog Bauernkleider an und irrte unter tausend Ge-fahren von Ort zu Ort, eine Zeitlang von dem jungen LautzkirchenerSchullehrer Jakob Kiefer " oder von treuen Bauern begleitet, oftallein, stets bemüht, den Vorposten auszuweichen. Als sie auf ihrerWanderung wieder zum Rubenheimer Pfarrer kam, erfuhr sie, daßein Preis auf ihren Kopf gesetzt sei; sie ging in eine (1896 abgerissene)Mühle vor Gersheim, wo der Müller Johann Paul Kempf ° dafürsorgte, daß sie endlich am 23. Mai bei den Damen von Böhmer inZweibrücken anlangte. Diese brachten sie auf den Karlsberg si vonwo der preußische Oberst Johann Friedrich von Szökely der bekannteHusarenführer, sie durch ein DKachement zu ihrem Sohne nach Münch-weiler am Glan, seiner gewöhnlichen Residenz, führen ließ". Aufihrer ganzen Irrfahrt hatte sie keinen Sou bei sich. Ihr Haupt hattedie Guillotine gestreist, aber die Freude und Zärtlichkeit ihres Sohnesbei ihrer Ankunft ließ sie „alle ihre Leiden vergessen" Nach ihrerFlucht und vergeblichem Durchsuchen des Schlosses verhaftete Boutay
' Hier fanden die Franzosen am 14. Mai den Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken nicht vor, Erbprinz Heinrich entfloh und sie plünderten das Schloß aus.
^ Fran von Dalberg an ihren Sohn, 20. und 31. Mai 1793. (O. H.H.);Briefe Wittenmeiers an den Verfasser, April 1894; Journal, s. 0.
" Starb 1798. Eid. " Eid. ° Eid. ° Eid.
' Von den Franzosen 1794 völlig zerstörtes Lustschloß Karls II.
6 Die Biographie dieses merkwürdigen Ungarn (1739—1794) gibt B. Potenin der „Allgemeinen deutschen Biographie", Bd. 37, München 1894.
° Briefe Szekelyö an Philipp, Karlsberg, 23. und 24. Mai 1793. (O. H.W.)
" Letzte Worte von Mariannens Journal.
Kl eins ch IN i d t, Arenberg usw. ^9