27«
Anhang.
41
Heute nachmittag ist mir weniger schlecht, liebe Amalie! Ich werdealles tun, was Du willst; wenn man mir aber in vier Tagen noch nichtWort hält, so verlange ich absolut in ein Krankenhaus. Man kann esmir nicht abschlagen, denn ich kann nicht ohne Bad leben und kann hierkeines nehmen. Friedrich.
42.
Ach, meine liebe Amalie, wenn sich die Gesundheit erholt und wennDein Glück von mir abhängen könnte, so hätten wir beide nichts mehrzu wünschen. Du sprichst ünir aber nicht mehr von dem Augenblicke,wann wir einander wiedersehen werden; verzweifelst Du daran und istauch diese Hoffnung nur eine Illusion? Friedrich.
Der Überbringer Deines gestrigen Billetts hat meine Antwort nichtabgewartet.
43 2.
Ich Pflege mich, ich bin geduldiger, als es dem Manne zu seingegeben ist, vor allem ich liebe Dich. Wenn es nur dessen bedarf, umDich zu beruhigen, so darfst Du, meine liebe Amalie, ruhig sein. Ichbekam Dein gestriges Billett nicht und will es fordern. Denkst Dudaran, daß ich übermorgen drei Monate hier sein werde? Ich liebe Dichvon Herzensgrund. Friedrich.
44.
Mit tiefstem Schmerze sehe ich, meine liebe Amalie, daß sich Deinkörperlicher Zustand nicht mehr kräftigt als der moralische. Wann werdeich das Ende von so viel Übel sehen? Friedrich.
45.
Ich danke Dir, meine liebe Amalie, recht lebhaft für die Sorgfalt,die Du Deiner Gesundheit widmest; erhalte Dich zum Tröste meinertraurigen letzten Tage. Friedrich.
46.
Ich danke Dir, meine liebe Amalie, für Deine Sorge um Deinenunglücklichen Bruder, dessen Schicksal beispiellos ist. Ich befinde michnach wie vor leidlich wohl. Ich liebe Dich von ganzem Herzen.
Friedrich.
47 ».
Du machst mich, meine liebe Amalie, über die Beschreibung DeinerBedürfnisse zittern. Du hast aber eine große Aushilfe am Mobiliar des
> Mit sehr zittriger Hand und vielen Klecksen geschrieben.^ Dieser Brief muß von Anfang Juli 1794 sein.
^ Oben am Rande steht: 47. und letzter Brief, 18. Juli 1794.