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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
269
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Anhang. ZK9

als gewöhnlich an und ich war bereits arg in Unruhe. Ich bitte Dich,schreibe Saudrin oder laß ihn wissen, er solle sich entschließen, ob ermeine und Deine Geschäfte besorgen will oder nicht. Adieu, liebe Amalie,die Herzensaffären verlaufen hier etwas weniger mit klingendem Spiele,und es könnte fast scheinen, als wollte man mir etwas zuvorkommen, dochbin ich dem Sturme eben erst kürzlich entronnen und ich schiffe mich nichtwieder ein. Adieu, liebe Herzensfrenndin. Friedrich.

36.

Ein Hemd und eine Unterhose, ein Paar Strümpfe, ein Schlafrock,eine Hose Schmutz. Das ist alles, was ich habe, und Bettücher, dieich nicht wegschicke, weil es zu viel Platz wegnimmt. Meine Gesundheithält sich; dies wird aber nicht so fortgehen können, denn man will unsweder zu trinken noch zu essen geben. Adieu, liebe Amalie, ich liebe Dichvon ganzem Herzen. Friedrich.

37.

Niemand weiß, meine liebe Amalie, von der großen Strenge (rigusurZ),die Du mir in Aussicht stellst; man spricht selbst von Kommissionen, manstellt sich sogar, als glaube man nicht daran. Ich weiß wohl, warum dieHerren dieser Ansicht sind und daß ich nicht derselben bin. Mnons nouson ä Loulogng, tank misux, s'il n'^ a xas äs potaAss. Adieu, liebeAmalie, ich erwarte morgen frühe Nachricht von Dir. Friedrich.

38.

Ich bin über Dein dreitägiges Fieber in großer Unruhe, meine liebeAmalie; befolge ja den Rat des holländischen Arztes und schone Dich!Ich bitte Dich auf den Knien darum. Wüßtest Du, wie unruhig undwie unglücklich ich bin, so würdest Du Dich besser Pflegen. Friedrich.

39.

Wir nehmen, meine liebe Amalie, ganz sicher Prövost für Dich oderfür mich, wie Du es willst. Ich liebe Dich, meine teure Amalie, überalle Begriffe und seufze nach dem Augenblicke, dessen Entfernung ich nichtermessen kann, wo es mir erlaubt sein wird, die liebenswürdigste undzärtlichste Schwester zu umarmen. Friedrich.

40.

Es wurde mir nicht zur Ader gelassen, meine liebe Amalie, undmir ist besser. Ich akzeptiere Saudrins Weissagung und dies ist stetsmeine Berechnung gewesen. Um Gottes willen aber stille die Unruhe,die Du über das Los eines anderen Wesens hast. Meine Ahnungensind gewöhnlich ziemlich richtig und ich schwöre Dir, seinetwegen ahntmir nichts Böses. Ich hege ein so lebhaftes Verlangen, Dich wiederzu-sehen, daß ich nicht wage, demselben nachzuhängen, aus Furcht, meinGefängnis unerträglich zu finden. Friedrich.