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Anhang.
Man hat den oberen Teil Deines Billetts ausgelöscht. Ich empfing dieFlasche Essigsyrnp nicht. Mir ist dank der Zeit besser. Ich küsse Dich.
Friedrich.
Ich habe weder Hemd noch Schnupftuch noch Schwamm nochSchabeisen für die Zähne.
31.
Gestern passierte die Korrespondenz nicht, liebe Amalie, wohl aberpassiert sie heute. Man ist hier sehr erschreckt über den strengen Ton,den die Redaktion im gestrigen Abendblatte bei dem Dekrete für die Kom-missionen anschlug. Ich bin gar nicht dieser Ansicht und stehe mit dermeinigen fast allein. Melde mir, was Du davon denkst. Adieu, liebeHerzensfreundin, wann werde ich Dich umarmen? Friedrich.
32.
Ich schicke Dir, liebe Amalie, das Ncisebuch zurück und behalte dieMythologie. — Ich bitte Dich, stille Deine Traurigkeit; dieser Zustanduntergräbt Dich, Dein Glück hängt aber leider nicht von mir ab. DasDekret ist nicht so furchtbar, wie mau geglaubt hatte. Es läßt vielenAusnahmen die Tür offen. Ternhuk (?) ist nicht in der Lage wegzu-gehen, weil er mein Untertan ist und ich nicht im Kriege mit Frankreichstehe. Dies wird für Luxemburg schwieriger sein. Adieu, liebe Amalie;wann werden unsere Leiden enden! Friedrich.
33.
Ich erhielt die angekündigten Lebensmittel. Seit vier Tagen nahmich keine Tasse Kaffee. Ich entbehre alles und stehe hierin fast allein.Man täte weit besser, sich mit meinen Bedürfnissen zu beschäftigen, alsZweisous-Körbe zurückzufordern. Ich umarme meine Schwester von ganzerSeele. Friedrich.
34.
Du hast sehr Recht, meine liebe Amalie, und es würde ganz sicherso sein, wenn es nach Einsetzung der Kommissionen mit den Verhaftetenkeine Verbindung mehr geben würde; ich bezweifele dies aber. Schonmehrere Gefangene sind hier desertiert, namentlich einer vor einer Viertel-stunde. Ich habe keineswegs Hoffnung, unter den Ersten abgeurteilt zuwerden. Begünstigungen irgendwelcher Art sind für mich nicht geschaffenund ich werde während meines Lebens nicht das verwöhnte Kind desGlücks gewesen sein. Adieu, liebe Amalie, liebe mich; dies ist das einzigeGut, das mir bleibt, und das einzige, auf das ich rechne. Friedrich.
35.
Die Nachricht von Dir, meine liebe Amalie, macht mir viel Ver-gnügen. In fünf Monaten Zeit ereignet sich vieles und die Ereignissekönnen nicht schlimmer werden. Dein Billett kam eine Stunde später