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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
266
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2LK Anhang,

21.

Ich danke Dir, mein liebes Kind, daß Du mich aus der Ungewiß-heit zogst. Überlaß Dich ja dem nicht, was so traurige Momente Direinflößen müssen. Du sagst mir wohl, es sei nichts zu Ende; ist aber,was auf den 25, festgesetzt war, um vieles verschoben? Der Sicher-heitsausschnß läßt übrigens viele los und könnte wohl, wenn er nurwollte, mich auf die Liste setzen. Ist es offenbar böser Wille, so habeich nichts mehr zu sagen. Adieu, liebe Amalie! noch ein Tag der Peinin Ketten, Wann wird der letzte sein? Friedrich,

22.

Gestern ging es mir besser und ich begann mich zu erholen, als eindie ganze Nacht anhaltendes Getöse mich hinderte, ein Auge zu schließen,und mich in den Znstand von Niedergeschlagenheit zurückwarf, in demich heute morgen bin. Ich bitte Dich innig, meine liebe Amalie, sageSandrin, er solle eine letzte Anstrengung machen und das Motiv meinersich sehr verschlimmernden Gesundheit anführen. Der mich hier behandelndeChirurg ist bereit, es zu bestätigen. Adieu, liebe Schwester, ich liebeDich. Friedrich,

23.

Ich bin weit betrübter über den Ton Deines Billetts, liebe Amalie,als über den Verschub der Kommission, Mut, mein liebes Kind! -Istes nicht sehr sonderbar, daß gerade der Gefangene Dir solchen gibt!Zweifellos sind diese Augenblicke entsetzlich, sie können aber nicht anhalten.Was ewig und über mein Dasein hinaus anhalten wird, ist meine un-veränderliche Zärtlichkeit. Friedrich.

Ich sehe die Person, von der Du sprichst, fast nie; wenn sie aberdas Wort an mich richtet, so ist es sehr passend; es ist, als ob wir unsnur von hier kennen würden,

24.

Ich erhalte mein Mittagbrot, Schone Dich um Gottes und umDeines Bruders willen. Friedrich,

25.

Meine Nerven sind in einem derartigen Zustande, meine liebe Amalie,daß ich beim Lesen der ersten Linie Deines Billetts glaubte. Du seiestverhaftet worden, und daß es mir fast elend wurde. Als ich dann fort-fuhr zu lesen, sah ich, daß ich mich getäuscht hatte. Hätte ich die Er-laubnis, in Paris zu sein, so würde mir dies nur dazu dienen, ummeine Geschäfte dort zu besorgen, und ich wäre die ganze übrige Zeitmit Dir in Vitry oder sonstwo. Meine Gesundheit ist sehr schlecht;was ich stets befürchtete, traf ein; die Gicht sitzt in den Füßen und dasBlut verursacht mir schreckliche Schmerzen. Ich werde, wie ich denke.