Entschädigung. 23
Freiherr von Spiegel zu Diesenberg st empfahl warm den Ankauf desAmtes Meppen, verfaßte in Berlin Bemerkungen über diesen Gegen-stand ^ und sagte: „Die Frage, ob rücksichtlich auf obige Anregungendas Amt Meppen angekaufet werden möge, verstattet aber keine langeBedenkzeit, da Oldenburg es an sich zu bringen keine Mühe sparenwird, sobald der Herzog die Ämter Cloppenburg und Vechte als Ent-schädigung annehmen muß — Hannover äußert auch Lust zum An-kaufe des Amtes Meppen, aber seine Berührungspunkte an der osna-brückschen Grenze sind so wenig, daß Staatswirtschaft hierbei nichtzum Grunde zu liegen scheint, vielleicht aber Staatspolitik in Be-ziehung auf den Grenznachbarn." Spiegel empfahl auch, das demHerzoge von Looz-Corswarem als Entschädigung zugewiesene AmtRheine zu erwerben. „Würden Meppen und Rheine", so sagte er,„dem Königlich preußischen Zepter unterworfen, so könnte der Handelvon Emden die Ems herauf bis Greven getrieben werden, Münsterwürde Hauptspeditionsort und könnte der weitere Transport bisLüdinghausen zu Land und dann nach der Lippe und Ruhr, vielleichtauch durch Benutzung des bei Lüdinghausen fließenden Stever Flussesgeschehen, und bis zum Rhein und diesen Fluß herunter wieder nachund mit Holland gehandelt werden, ohne den Franzosen zinsbar zuwerden. — Den münsterschcn Geldvorräten würden Quellen nütz-licher Verwendung eröffnet, das Aktienspicl in fremde louäs undBanken würde allmälig aufhören und Blühen der Provinzen dieFolge sein."
Die Virilstimme des alten Herzogtums Areuberg im Reichs-fürstenrate wurde laut Z 32 des Reichsdeputationshauptschlusses aufdie neuen Erwerbungen übertragen. In der Grafschaft Recklinghausenfanden sich vor ein weltliches Fräuleinstift zu Flaesheim, ein Fran-ziskanerkloster zu Recklinghausen, ein Franziskaner- und ein Ursuliner-kloster zu Dorsten, im Amte Meppen eine Benediktinerpropstei derAbtei Korvei zu Meppen, ein Klarissenkloster zu Haselünne, einFranziskanerkloster zu Aschendorf und ein kleines Kapuzinerkloster zuKlemenswerth 2.
' Später Erzbischof von Köln und Graf.
° 16. Februar 1803. (Rex. 8. Nr. 3-». G.St.B.)
° In einem Pavillon des vom Kölner Kurfürsten Klemens August 1746 er-bauten Jagdschlosses Klcmenswerth bei Poppelsdorf.