Entschädigung. 21
reichischen Verklausulierung aus. Der neue Entschädigungsplan hattevon Dülmen Abstand genommen, es dem Hause Croy zugedacht undArenberg dagegen das Amt Meppen zugewendet. Ludwig Engelbertschrieb an Friedrich Wilhelm III. ^: noch immer werde er vom preußi-schen Staatsminister Grafen Friedrich Wilhelm von der Schulcnburg-Kehnert, der die neu erworbenen Provinzen organisierte, und vomStaatsministerium in den „wirklichen Besitz und Genuß" des ihmzur Entschädigung zugewiesenen Amtes Meppen nicht zugelassen, sollean den Schulden des Hochstifts Münster mitbelastet werden und seidabei ohne alle Kenntnis von den dortigen Verhältnissen; „das aufseinen Privatbesitzungen in Frankreich noch immer hastende Sequesterhabe ihn von dem erwünschten Genüsse des Friedens bis jetzt aufdem linken Rheinufer ausgeschlossen" und er schmeichele sich, „Wenig-stens in Hinsicht auf Meppen davon nicht länger ausgeschlossen zubleiben". Gleichzeitig ersuchte der Herzog - Schulenburg um dieUnterstützung seiner Wünsche, erklärte, er werde sich nie weigern, anden Schulden des Hochstifts Münster nach Verhältnis seiner Entschä-digung beizutragen, und teilte ihm mit, er habe eben dem Königeaufwarten wollen, aber „eine Angelegenheit von der äußersten Wich-tigkeit rufe ihn zu dem Sitze der französischen Regierung"; Schulcn-burg werde seine Wünsche „ebenso billig als dem Verlangen der fran-zösischen und der kaiserlich russischen Regierung angemessen finden".Am 7. Januar übertrug er 2, nach Paris abreisend, dem ErbprinzenProsper Ludwig die Geschäfte für die Zeit seiner Abwesenheit; am9. Januar schrieb er seinen letzten Willen nieder. Der preußischeleitende Staatsminister Graf Haugwitz erteilte Ludwig Engelbert be-ruhigende Versicherungen Der Reichsdeputationshauptschluß (Neichs-rezeß) entschädigte den Herzog in überaus reicher Weise. Die Graf-schaft Recklinghausen, welche kurz zuvor auf nur Quadratmeilenmit 18 000 Seelen veranschlagt worden war, betrug 12 Quadrat-meilen mit 30 000 Einwohnern in 2 Städten, 4 Flecken, 17 Kirch-spielen, 72 Dörfern und Bauerschaften und 40 Rittergütern, und
' Düsseldorf, 5. Januar 1803 (O. Arenderg 1803. Rex. 8. Nr. 3».G.St.B.).
^ Düsseldorf, 5. Januar 1803. (O., e.)
^ Düsseldorf. (K. Karton 3, Serie 2, Fasz. 4. A.B.)
- Berlin, 22. Januar 1803. (K. Rex. 8. Nr. 3». G.St.B.)