Vorwort.
XI
sames Interesse verknüpft, notwendigerweise in dieser Hinsicht unter-einander immer einträchtig sein, zum Nachteil der ihnen untergeordnetenStände: Richter und Parteien in eigener Sache, was wäre das Losdieser selben Stände, wenn nicht eine Macht über ihnen da wäre, umsich der Willkür zu widersetzen und die neuen Souveräne auf der ihnenvorgezeichneten Linie zu halten?" Graf Laubach meinte gegenüberdem Brannfelser Fürsten ^: „Du siehst, daß die teutsche Kaiserwürdedoch einigen Reiz für Napoleon zu haben scheint", sagte ihm aberauch 2: „Ich kann es nicht leugnen, daß mir der Rheinbund und wasdem anhängig von ganzem Herzen zuwider ist." Höhnend schrieb erihm „Die Briefe des Kaisers an den Primas und an den Königvon Bayern lassen vermuten, daß der Bundestag vorderhand un-eröffnet bleiben wird und daß die Konvention vom 12. Juli über-haupt durch Kanonen erhalten oder begraben werden muß. Einschönes Geschenk machen übrigens die Konföderierten dem erschöpftenteutschen Vaterland, und wenn die innere Ruhe des Bundesstaatsdurch das Statut tcmclamsot-il so gut erhalten wird, als seine Ent-stehung die äußere beförderte, so sieht es um die Erhaltung des Bundes-zwecks vortrefflich aus." Sollte Napoleon in dem Kriege mit Preußensiegen, so meinte der Laubacher, werde er „Schritte zur Universal-monarchie tun, gegen welche die bisher getanen nur Punkte seien",während er die immer erneute Vermutung Bilderbecks, Napoleon wolledeutscher Kaiser werden, nicht teilte.
„Selbst fortgesetzte Siege der Franzosen", schrieb der edle Graszu Laubach an den Braunfelser Fürsten „garantieren den rheinischenBund nicht — die Kaiserkrone auf Napoleons Haupt kann die Ver-hältnisse bedeutend ändern, zumal wenn der Kaiser die Überzeugungerhält, daß die bankrotten Fürsten, denen er den Souveränitätstitelverliehen hat, mit ihrer militärischen Unterstützung hinter seiner Er-wartung zurückbleiben. Ich bin überzeugt, daß das Vollöls ckos priuossunter das oollsAs äss rois verteilt wird. Übrigens hat auch dieSchlacht von Jena, wo sich der teutsche Heldenmut in seinem Glänzegezeigt hat, über Enropens Schicksal noch nicht entschieden. Hast Du
! Laubach, 7. September 1806. (O. S.B.)
^ Laubach, 21. September 1806. (O., e.)
" Laubach, S. Oktober 1806. (O., e.)
« Laubach, 26. Ottober 1806. (O., e.)