Vorwort.
schon das unübertreffliche preußische Manifest gelesen? Um keinsouveränes Fürstentum möchte ich mir sagen lassen, was darin, mitso viel Würde, den neuen Louvoratns gesagt wird, und sollte auch dieUniversalmonarchie durch den Ausgang des Kriegs begründet werden,so wird und muß doch eine Zeit kommen, wo die in dem Manifestentwickelten Grundsätze die Oberhand bekommen. Solche Ungerechtig-keit hält kein Mannesalter aus." Wenn auch Napoleon noch Siegauf Sieg erfocht und der Weltmonarchie immer näher rückte, so kamdoch endlich auch für ihn der Halt und dann der Rückzug, das Ende.Der Laubacher hatte recht behalten. Nun schrieb er an Bilderbecknach Paris ^ „In Zukunft bewahre uns Gott vor den Fremden!Wir haben alle unsere früheren politischen Irrtümer gebüßt, nunwollen wir bei dem Glauben der Väter bleiben und bedenken, daßbei dem Franzosen die (looaräe die Nebensache ist."
Wer kann töricht genug fein, an der Haltung der kleinen Rheinbunds-fürsten eine schärfere Kritik zu üben, sie mit feindlicherem Maßstabe zumessen als die großen: Bayern, Württemberg, Sachsen und Baden! Ge-rade für die kleinen war die Frage am klarsten gestellt- entweder fügtensie sich dem Willen des Imperators blindlings und traten in seinen Bundein oder sie hörten auf zu existieren. Daß es so kam und so kommen mußte,war weit mehr die Schuld des in sich zerbröckelnden alten Reichs alsdie ihre; sie retteten nur ihr Dasein aus dem allgemeinen Schiffbrucheund benutzten den Augenblick, der ihnen ein freilich nur kurz gewährteshöchstes Gut, die Souveränität, brachte; wie wenig sie alle tatsächlichdem Gebieter in Paris gegenüber souverän waren, mußten sie sehrbald erfahren; ihr Glück war ein sehr fragliches gewesen und ihreganze Unabhängigkeit ging so rasch dahin, als hätten sie eine Fatamorgana gesehen. Im Jahre 1806 war Österreich niedergeworfen,Preußen war ohnmächtig, zumal seit Friedrich Wilhelm III. denPariser Vertrag vom 15. Februar 1806 am 25. ratifiziert hatte, aufRußland war nicht zu hoffen, und für die deutschen Reichsstände hießdie Losung: ^Icks-toi, Dien t'uiäeru! Der deutsche Kaiser dankteab, das deutsche Reich löste sich auf, die deutsche Nation stand tränenlosam Sarge ihrer Geschichte und von Patriotismus war nichts mehrzu verspüren. Jeder sorgte für sich, der nackte Militarismus herrschte
' Franlfurt, 23. Mai 1814. (O., e.)