war diese 88jährige würdige Dame mit dem Stricken eines Kinderjäckchensbeschäftigt. Also in diesen Jahren noch dieser Fleiß! Und wenn ich diewohltuende Wärme, die von dieser Dame ausstrahlte, betrachte, muß ichsagen: Solche Mutter muß auch solche Söhne haben!
Wir haben eben gehört, welch offene Hand Firma und FamilieBachem besitzen. Dieses Dreigestirn der Sparsamkeit, der Arbeitsamkeitund der offenen Hand, das bildet das „Glück“, das über dem Hause Bachemschwebt, und das uns hoffentlich noch viele, viele Jahre treu bleiben wird.
Meine Herren Bachem! Die Bilder des eingezogenen Kontorpersonalshaben Sie bereits erhalten. Auch vom technischen Personal hat jedersein Bild geschickt und einen Glückwunsch dazu geschrieben. Ich über-reiche Ihnen alle zur bleibenden Erinnerung an den heutigen Tag. DieseMitarbeiter, die draußen an den Fronten stehen, wissen und fühlen, daßbei den Unterstützungen, die die Firma ihren Daheimgebliebenen gern undfreudig gibt, ihre Familien geborgen sind, und geben daher bis zu ihrerRückkehr in unser Geschäft gern dem Vaterlande, was dem Vaterlandegebührt.
Die sämtlichen Angestellten des Hauses folgen gerne der Sitte derZeit, ihre Gesinnung in einem Gedenkblatt niederzulegen, das ich derFirma hiermit überreiche (vgl. die Abbildung). Es hat folgenden Wortlaut:
Hundert Jahre geistigen Schaffens, kaufmännischer und gewerb-licher Leistungen hat die Firma J. P. Bachem am *1. Mai 1918, imvierten Jahre des großen Weltkrieges vollendet und sich unter Leitungvon Gliedern der Familie aus kleinen Anfängen zu einem Unternehmenvon Weltruf entwickelt. Dankbaren Herzens widmen zum heutigenTage die Angehörigen aller Abteilungen des Hauses den derzeitigenFirmen-Inhabern dieses im eigenen Betriebe hergestellte Gedenkblattzum Zeichen treuer Anhänglichkeit mit dem Wunsche, daß Gottes Segenauch bis in die fernsten Zeiten dem Unternehmen und allen Mitgliedernder Familie Bachem zuteil werden möge.
Köln, den 4. Mai 1918
Die Redaktion der Kölnischen Volkszeitung und desKölner Local-Anzeigers
Das kaufmännische Personal des Buchverlags, der Druckerei,des Zeitungsverlags
Das Personal des technischen Betriebes
Meine Herren! Ich weiß, daß Sie nicht nach Lorbeer geizen, aber Siesollen den Lorbeer heute haben. Das Ornament im Lederschnitt des Rahmensbildet nur Lorbeer. Die knorrigen Wurzeln, aus denen es erwächst, sindIhre Ahnen, sind diejenigen, die das Fundament gebaut haben zu dem,was heute ist. Dieses ganze Gedenkblatt ist hergestellt in der Abteilungfür Kunstarbeiten im Hause. Es weist Originallederhandarbeit auf, die