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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
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Oberfaktor Anton Korn sprach im Namen der Angestelltendes technischen Betriebs und erörterte die Gründe dafür,daß die Firma so groß geworden ist, daß sie weit über dieGrenzen Deutschlands einen berechtigten Ruf genießt.

Man sagt im gewöhnlichen Leben: Die Firma hat Glück gehabt! Washeißt Glück? Glück bedeutet Arbeit. Wenn ich an die Zeit zurückdenke,da ich vor mehr als Jahren, kaum der Schule entwachsen, in denGeschäftsverband auf genommen wurde, und an die den heutigen Verhält-nissen gegenüber bescheidenen Zustände bei der Firma, dann muß ichsagen: Es muß etwas ganz besonderes sein, daß die Firma in diesenJahren einen solchen Umfang angenommen hat. Ich erinnere mich derdamaligen Zeit, als ich bei Korrektor Halter als Vorleser tätig war: Wurdeich geschickt, ein paar Stahlfedern holen, so gab mir Hr. Robert Bachemsen., in Papier eingewickelt, zwei gebrauchte aus. Für die Herren,die kalligraphisch schreiben mußten, waren die neuen Federn, für dieKorrektoren und die übrigen Herren, auf deren Schönschrift kein Wertgelegt zu werden brauchte, genügten die alten. Ebenso wurden unsermFarbendrucker, dem alten Kramer, wenn er Farben mischen mußte, einigeKörnchen blaue, rote oder gelbe Farbe ausgeliefert mit der Mahnung:Nun aber auch sparsam sein! Das ist der Geist weiser Sparsamkeit,der damals im Hause herrschte, und der auf die heutige Generation über-gegangen ist.

Wenn ich bedenke, daß damals auf der Zeitungssetzerei 15 Setzer undin der Akzidenzsetzerei 2 Setzer beschäftigt und alle diese Leute in einemRaume untergebracht waren, der noch nicht so groß war wie dieserMuseumssaal, und damit vergleiche, wie wir heute zehnmal so großeRäume notwendig haben, um allein unsere Setzer unterzubringen, somuß ich sagen: Es ist etwas besonderes geschehen. Wenn ich die ein-fache Doppelflachmaschine, welche damals die Zeitung druckte und Mußehatte, das zu besorgen, vergleiche mit unseren heutigen zehn Rotations-maschinen, die nicht imstande sind, die an sie gestellten Anforderungenzu erfüllen, dann muß ich sagen: Es ist ein Aufschwung, wie er seltenvorkommt.

Herr Josef Bachem war das Bild der Arbeitsamkeit, von morgens frühbis abends spät jederzeit willig, den Anforderungen, die das Geschäft anihn stellte, entgegenzukommen. Wenn ich ihm abends um 9 Uhr nochKorrekturen brachte, konnte ich sicher sein, daß sie andern Morgensdurchgesehen und durchgeackert dalagen, durchgeackert sage ich, denner tat nichts oberflächlich. Das war der Geist der Arbeitsamkeit,der von ihm übergegangen ist auf die späteren Generationen. Wir habenhier schon die Zusammenfassung von Sparsamkeit, Arbeitsamkeit undFleiß. Ich hatte vor wenigen Wochen das Vergnügen, bei Frau KatharinaBachem in Honnef ein paar Stunden zu Gast zu sein. Als ich eintrat,