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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
235
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perger, Dr. Lieber, Dr. Spahn, Prof. Hitze, Gröber, Trimborn,Franz Brandts, Mathias Wiese u. a. haben öfters ihre Tafel-runde geziert.

Das sorgfältige Studium der Kölnischen Volkszeitung be-trachtete sie als tägliche Lebensaufgabe. Als echte christlicheund deutsche Frau widmete sie den Geschicken ihrer Kircheund ihres Vaterlandes ihre vollste Teilnahme. Wenn in jenerunglückseligen Zeit der inneren Entzweiung in den siebzigerund achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sie der schwerenUngerechtigkeit und Unbill gedachte, welche ihrer Kirche, derenheldenmütigen Bekennern und dem katholischen Volke seitenseiner irregeleiteten Zeitrichtung angetan wurde und unterwelcher auch Persönlichkeit und Geschäft ihres Gatten sehrlitten dann konnten ihre Augen ebenso blitzen und die Faustsich ballen, als wenn sie heutzutage der Niedertracht und Ver-leumdungssucht der Söhne Englands und des törichten Hassesder Franzosen gedenkt, die so unsagbares Elend über das heiß-geliebte deutsche Vaterland gebracht haben. Las sie aber inihrer Zeitung die großen Reden der Vorkämpfer des Katholizismusund der Zentrumspartei, dann konnten ihre Augen voll Begeisterungleuchten ebenso wie heute wenn sie von den Heerführernund Staatsmännern spricht, welche die Geschicke des Vater-landes im Weltkriege leiten und durchkämpfen, und von dentapfern Männern, welche aus ihrer geliebten Heimat das Kriegs-elend fern halten.

Bezeichnend hierfür ist folgendes Geschehnis. Als im Sommer1917 im Osten der große Erfolg gegen die russische Kerenski-Offensive zusammentraf mit dem heldenmütigen Widerstande imWesten in der Flandernschlacht gegen die Engländer, walltebei der Siebenundachtzigjährigen ein überaus warmes Dank-barkeitsgefühl auf. In ihrer vaterländischen Begeisterung gabsie Auftrag zu einer Begrüßungs- und Dankdepesche an Hinden-burg, deren Wortlaut sie, ihre Augen auf das glitzernde Banddes Rheinstroms gerichtet, vorschrieb:

Generalfeldmarschall von Hindenburg, Großes Hauptquartier.

Eine 87jähnge Urgroßmutter, die sechs Enkel im Felde hat,fühlt sich gedrungen, Ew. Exzellenz aus tiefstem Herzen zu dankenfür Ihre Sorge, uns das Schlachtfeld vom Rhein fern gehalten zuhaben. Frau Jos. Bachem.