Druckschrift 
Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
236
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Am folgenden Morgen traf daraufhin bei der Greisin zu ihrergrößten Ueberraschung und Freude folgende Antwort ein:

Gr. H. Qu., 6. August 1917.

Unerreichbar den Feinden bleibt unser schöner Rhein, so langeHeer und Heimat in treuer Hingabe gemeinsam ihn schützen!

Feldmarschall von Hindenburg.

Diese Antwort prangt gegenwärtig unter Glas und Rahmenin ihrem Wohnzimmer unter einem Bilde Hindenburgs.

Auch mit den belletristischen und literarischen Freundenihres Gatten und Verfasserinnen des Buchverlags unterhielt sieauch nach dessen Tode freundschaftliche Beziehungen. Der ver-dienstvolle Literarhistoriker Dr. Franz Hülskamp-Münster, infrüheren Jahren Professor Dieringer-Bonn, und vor seinemkirchlichen Abfall auch Professor Reusch-Bonn, hatten oft inihrem Hause geweilt. Die Romanschriftstellerinnen Maria Lenzendi Sebregondi, Ferdinande Freiin von Brackei, Lina Freifrau vonBerlepsch, Therese Keiter-Kellner (M. Herbert) hatten sie mehr-mals mit längeren Besuchen erfreut.

Gemäß letztwilliger Bestimmung Josef Bachems Hauptteil-haberin der Firma, blieb sie auch nach dessen Hinscheiden inden engsten Beziehungen zur Fortentwicklung des Gesamtbetriebes,allen großen und kleinen geschäftlichen Vorkommnissen ihrelebhafte Anteilnahme bewahrend. Auch in dieser Hinsicht gleich-geartet wie ihr Mann, war sie jedem gesunden Fortschritt, jedernotwendigen oder nützlichen Neuerung, jeder aus der Weiter-entwicklung der Verhältnisse sich ergebenden Vergrößerung desBetriebes durchaus geneigt. Wohl mahnte sie hier und da zurVorsicht, aber auch selbst bei unvermeidlichen großen Ausgabenverhielt sie sich niemals hemmend oder hindernd, weil sie ebenden politischen und geschäftlichen Bedürfnissen der Zeit vollesVerständnis entgegenzubringen wußte und ihren Söhnen ihr ganzesVertrauen schenkte.

Besonders gern weilte sie unter den Mitgliedern der Redaktionund unter den kaufmännischen und technischen Mitarbeiterndes Geschäftes und freute sich, wenn sie bei den jährlich statt-findenden Redaktions- und Geschäfts-Essen, welche unter ihrenSöhnen abwechselten, mit den Redakteuren, Prokuristen, Faktorenund Abteilungsvorstehern des Betriebes angenehme Stundenplaudern und alte Erinnerungen auffrischen konnte.