48 (S. 101) Dr. jur. Karl Bachem, geb. 9. Januar 1887, studierte an denUniversitäten Freiburg, Paris, Berlin und Bonn Rechtswissenschaft, lnGreifswald promovierte er als Dr. jur. Nachdem er im Februar 1914Gerichtsassessor geworden war, trat er bald zur praktischen Tätigkeitin Schriftleitung und Verlag der KV ein. Am ersten Tage der Mobil-machung schied er von der Heimat. Als Leutnant im 3. Bayr. Feld.-Art.-Reg. Prinz Leopold nahm er teil an den schweren Kämpfen in Lothringen,an der Cöte Lorraine, in Galizien, den Südkarpathen. Während des Feld-zuges wurde er Oberleutnant und Batterieführer und verheiratete sichmit Agnes Sonnenschein aus Köln. Er wurde mit dem Eisernen KreuzII. und I. Klasse sowie mit dem Bayr. Militärverdienstorden ausgezeichnet.Mehrfach verwundet und in Galizien von einem schweren Unglücksfallbetroffen, fand er am 8. Oktober 1917 in den Flandernschlachten süd-östlich Ypern infolge Volltreffers inmitten seiner Batterie in treuesterPflichterfüllung den Heldentod. „Falle ich“, so schrieb er in seiner letzt-willigen Verfügung, „so wird noch im letzten Augenblick meines Lebensder Gedanke mir Befriedigung geben, daß ich als ganzer Mann für einhehres Gut, die Freiheit des deutschen Vaterlandes, für die ich freienWillens eingetreten, gestorben bin . . . Der Tod war mir keine Ueber-raschung, und der gütige Gott wird mir gnädig sein und mir ein ewigesWiedersehen schenken.“ — Sein älterer Bruder Hans Bachem,geb. 6. Mai 1883, seit 1. April 1909 in der Firma tätig, folgte ebenfallsdem Ruf des Vaterlandes schon zu Anfang des Krieges und steht alsLeutnant und Adjutant bei einem preußischen Fuß-Art.-Regt.
49 (S. 107) „Die Kölnische Volkszeitung im neuen Gewände“ hieß ein Leit-aufsatz an der Spitze der Nr. 676 vom 29. August 1917. Er war veran-laßt durch Anfragen aus dem Leserkreise. In demselben hieß es u. a.:
„Die KV mischt sich nicht in den Gelehrten-Streit ein über Frakturund Antiqua, über Deutsch- oder Latein-Schrift, sondern sie stellt sichlediglich auf den praktischen Standpunkt, der für ein großesTagesblatt maßgebend sein muß. Da durch die Kriegsüberanstrengungunsere alte Zeitungsschrift vollständig verschlissen war, mußte zur Be-schaffung einer neuen Schrift und neuer Setzmaschinen geschrittenwerden. Es handelte sich für uns nur darum, eine sehr klare und gutlesbare, die Augen schonende Schrift zu finden. Somit wurde die schönsteund deutlichste der vorhandenen Schriftarten ausgesucht.
„Auch die Kriegsnotwendigkeit hat dabei eine große Rolle gespielt:der Mangel an Personal durch Heereseinberufungen und die Unmöglich-keit der Beschaffung ausreichenden Ersatzes nötigten die Druckereileitung,mehr wie bisher vom Handsatz zum Maschinensatz überzugehen unddafür weitere Setzmaschinen anzuschaffen.
„Die bisher eingelaufenen Zustimmungen aus dem Leserkreise, ausallen Berufsständen und Gesellschaftsklassen zeigen uns, daß wir glaubendürfen, das Richtige getroffen zu haben.