„Mit nationaler Haltung, deutschem Fühlen u.s.w. hat dieWahl der neuen Schrift nichts zu tun. Wer die sog. Antiquaschrifteine lateinische nennt, der darf nicht vergessen, daß die deutsche gotischesog. Frakturschrift französischen Ursprungs ist.
„Als durchaus nicht unwichtige Nebenwirkung sei erwähnt, daß dieZeitung im Auslande noch mehr wie bisher gelesen wird und aufdiese Art deutsche Gedanken und deutsche Politik bei unseren Bundes-genossen (Ungarn, Bulgaren, Türken) wie bei Neutralen und Feinden besserEingang finden und verstanden werden. Das ist von besondermvaterländischem Wert. Mit der alten Schrift ist, wie ein west-fälischer Professor sich treffend ausdrückte, „eine Dornenhecke gefallen,infolge dessen manchem Ausländer ein Blick in deutsches Wesen undVerständnis für das Deutschtum ermöglicht wird“. An dieser Aufklärungs-arbeit im neutralen und feindlichen Auslande hat es leider bisher sehrgefehlt, wie der Verlauf des Weltkrieges zeigte.“
W enn auch hier, wie in so vielen Dingen, der Erfolg entscheidet,so kann man nur sagen: der Verlag der KV ist sehr zufrieden.Recht schwierig war es zu beobachten, wie verschiedenartig das ent-schlossene Vorgehen in der Presse beurteilt wurde: Die AlldeutschenBlätter nannten es „eine Herausforderung“, die Staatsbürger-Zeitung„eine nationale Kulturtat ersten Ranges“. (KV 227, 21. 3. 1918.)
(S. 166) Die Buchdruckerei Thiriart et Comp, wird in dem ältestengedruckten „Adresse-Kalender der Stadt Köllen“, vom Jahre 1795 als inder Schmiergasse Nr. 3900 (jetzt Komödienstraße) befindlich aufgeführt.Die Firma war nach Ausweis des zweiten Kölner Adreßbuches von 1797Verleger des „Journal-General“, welches Politik, Literatur und Handelerörterte. Thiriart hat später auch Bachemsche Verlagswerke gedruckt,z. B. das einzige 1819 erschienene: „S o k r a t e s, Betrachtungen undUntersuchungen“ von Ferd. Delbrück, ferner 1821 „Der neue Achilles“von Elsholtz. Aus der Thiriartschen Druckerei ist 1822 das dritte KölnerAdreßbuch hervorgegangen, während das folgende 1828 im Kommissions-verlag von Johann Peter Bachem erschien. Dieses kennt die ThiriartscheDruckerei noch, das nächste von 1831 führt sie nicht mehr auf. — DieVerweisung auf S. 187 bei Hans Bachem muß richtig 48 heißen.
(S. 167) „In den Jahren 18^1—1847 stellten z. B. Pierer in Altenburg,Reindl in Bamberg, C. G. Naumann in Leipzig, Lintz in Trier, Dannheimerin Kempten, Bachem in Köln, Litfaß in Berlin, Schwetschke in Halle ihreerste Schnellpresse auf.“ Gesch. d. D. Buchh., Bd. IV, 285.
(S. 176) An diesem Dampfkessel stand 1891 als Heizer ein Mann, der auseigener Kraft sich innerhalb dreier Jahrzehnte zu einem hohen Postenemporschwingen sollte: Johann Giesberts. Als er die Heizerstelleantrat, lag schon ein hartes Leben hinter ihm. 1865 in dem LandstädtchenStraelen an der holländischen Grenze als ältestes von zehn Kinderneines Bäckers geboren, erlernte er das Handwerk seines Vaters. Mit
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100 Jahre J. P. Bachem