Mit dem Aufstreben des Bachemschen Buchverlags hob sichauch die Abteilung für Werksatz, der lange Jahre HeinrichKnipp er gewissenhaft Vorstand.
Der flotte Geschäftsgang, der zu Anfang der 1880er Jahre imBuchdruckereigewerbe einsetzte, eröffnete dem Akzidenzsatze undder Buchausstattung ein weites Feld kunstgewerblicher Betätigung.Josef Bachem geizte nicht mit Anschaffungen und stattete dieDruckerei mit einer reichen Auswahl an Schriften und Ziermateriaiaus. Eine tüchtige Kraft kam ihm hierbei zu Hilfe, die dem ander Schwelle des Alters stehenden Faktor Münze zur Seite trat,nachdem Robert Mannewitz, ein tüchtiger Fachmann, alszweiter Faktor vorübergehend tätig gewesen war. Anfang 1882trat Philipp Messenzehl ein, geboren in Stuttgart, der insüddeutschen Druckereien tüchtige Fachkenntnisse erworbenhatte. Mit seinem lebhaften Temperament widmete er sich mitFeuereifer seiner neuen Aufgabe. Sein künstlerisches Streben undsein feinsinniger Geschmack harmonierten in glücklicher Weise mitdemjenigen Josef Bachems. Gehoben wurden seine originellenSchöpfungen durch lebhafte Farbengebung. Der Ruf der Firmabreitete sich unter seiner Leitung dergestalt aus, daß in kurzerZeit für die Akzidenzdruckerei eine Schnellpresse und drei Tiegel-druckpressen — kleine, gedrungen gebaute Maschinen ameri-kanischer Erfindung, wobei an Stelle der Zylinder beweglicheTiegel in Aufnahme gekommen waren — angeschafft werdenmußten. Als Gottlieb Münze am 18. Januar 1884 starb, tratMessenzehl als erster Faktor an seine Stelle, bis er drei Jahrespäter einem Rufe als Geschäftsführer einer Berliner Groß-druckerei folgte.
Im Sommer 1885 war Josef Bachems dritter Sohn Fridolin,der seit 1879 seine Studien- und Ausbildungsjahre in hervor-ragenden Berliner und Leipziger Druckereien verlebt hatte, heimge-kehrt, um die Geschäftsführung der Druckerei zu übernehmen. DerUnzulänglichkeit der Betriebskraft half er zunächst durch Auf-stellung einer 20pferdigen liegenden Dampfmaschine und einesRöhrenkessels neuester Konstruktion ab. Dies gab der Weiter-entwicklung der Druckerei nach zwei Richtungen hin neuenAufschwung. Für den Kunst- und Akzidenzdruck wurde 1886 einegroßformatige schwergebaute Bilderdruckmaschine von König &Bauer, besonders zum Druck illustrierter Verlagswerke undGeschäftskataloge, und in den Jahren 1888, 1890 und 1891 je eine