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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
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Syllabus. Bald nachher wurde bekannt, daß im allgemeinenKonzil in Rom die päpstliche Unfehlbarkeit in Sachen derGlaubens- und der Sittenlehre verkündet werde. Die KölnischenBlätter vertraten zunächst klar und entschieden den kirchlichenStandpunkt. Dann aber fand auch der unter den deutschenKatholiken sich bemerkbar machende Widerstand hier und daversteckt Eingang. Dieses Widerstreben, von Reusch undStumpf ausgehend und von Fridolin Hoffmann zugelassen undunterstützt, nahm immer schärfere Formen an, so daß Erz-bischof Paulus Melchers Bachem gegenüber im Oktober 1867 seineMißbilligung der Haltung der Kölnischen Blätter zum Ausdruckbrachte, nachdem kurz vorher die (erste) Fuldaer Bischofskon-ferenz ihre Bedenken dagegen erhoben hatte. Der Erzbischofund später auch Bischof v. Ketteier in Mainz rügten besondersdie Haltung Reuschs in der Frage der deutschen Wissenschaft(Richtung Döllinger) und die unangemessene Kritik erzbischöf-licher Erlasse. Der Einwirkung des Subregens Prof. Heuser wares zu verdanken, daß der Erzbischof fernerhin nicht mehr in derZeitung angegriffen wurde.

So dankbar nun auch Josef Bachem für die gesamte ihnaußerordentlich verpflichtende Tätigkeit Reuschs bei der Zeitungund in seinem Verlag auch war, vertieften sich die Gegensätzebeider in vielen grundsätzlichen Fragen immer mehr. Vergebenssuchte August Reichensperger gewissermaßen ein Schieds-richteramt auszuüben. Schon im Jahre 1868 hatte sich der Ver-leger gezwungen gesehen, gegen Hoffmanns Willen Stumpf umEinstellung der Wochenschau zu ersuchen, mit deren Bearbeitunger Dr. A. J. Krebs für die innere deutsche Politik und Dr.J. Bumüller für Süddeutschland, Oesterreich und das Auslandbetraute. Eine Kündigung von seiten Hoffmanns und ihre Zurück-nahme führte zu einem Vertrag, gemäß welchem der Verlegerfür die Aufnahme von kirchenpolitischen Artikeln sich ein Ein-spruchsrecht vorbehielt. Die Stellung des Verlegers Reuschgegenüber wurde immer schwieriger. Im September 1868 schriebBachem an Reusch:Wie ich Euer Hochwürden schon einmal,ich glaube zur Zeit des Syllabus sagte, wenn es auch derschwerste Tag meines Lebens sein würde, wenn Sie den Köln.Blättern Ihre Mitwirkung entzögen, so darf ich doch nicht gegenmeine Ueberzeugung handeln. Sie wollen in dieser Erklärungkeine Ueberhebung finden. Es ist doch Thatsache, daß diejenigen