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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
Seite
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Fridolin Hoffmann und Heinr. Reusch waren die beidenMänner, deren geschickter Leitung neben dem unermüdlichenFleiß des Verlegers die Kölnischen Blätter ihr Ansehen undihren Aufschwung verdankten. Schon damals befolgten sie denWahlspruch, der später erst förmlich ausgegeben wurde: Ent-schieden in der Sache, milde in der Form. An Anerkennung fürihre Leistungen fehlte es den Kölnischen Blättern nicht; auf derGeneralversammlung der katholischen Vereine Deutschlands zuFrankfurt a. M. im September 1863 verkündete der damaligeKaplan Franz Hülskamp öffentlich ihr Lob.

So erfreulich solche Anerkennungen auch waren, dienten sie dochmehrfach den Gerüchten zur Nahrung, daß die Kölnischen Blätter demVerleger einen ansehnlichen Gewinn abwürfen, und daß sie deshalb einerUnterstützung der Partei nicht mehr bedürften. Solchen Ansichten tratJosef Bachem in den Blättern des Vereins vom hl. Karl Borromäus von1862 (Nr. 112) und 186^ (Nr. 117, 118 und 121) endlich in Rundschreibenvom 15. Dezember 1865 und vom 4. Juli 1866 entgegen, woraus zu ent-nehmen ist, daß die Zeitung im zweiten Vierteljahr 1866 5*100 Bezieherhatte, wofür eine Stempelsteuer von über 8000 Taler jährlich bezahltwerden mußte. Die Anzeigen waren schon im Jahre vorher um 2030 °/ojährlich gestiegen. Auf die Schriftleitung waren 186*1 7518 Taler Gesamt-ausgaben entfallen, die 1865 auf 9029 Taler gestiegen waren.Im I. Quartald. J. (1866) habe ich außer den Gehältern von drei Redacteuren und zweiCorrectoren, außer den Zahlungen für Telegramme, lithographirte Corre-spondenzeii und Zeitungen allein an Honoraren auswärtiger Mitarbeiterfür Artikel und Feuilletons 1026 Thlr. 23 Sgr. 7 Pf. bezahlt (was also für dasJahr über *1000 Thlr. ausmacht) .. . Außer derKölnischen Zeitung mitmehr als 16000, und demFrankfurter Journal mit 8500 Abonnenten habendieKölnischen Blätter die größte Abonnentenzahl unter den größerenpolitischen Tagesblättern im westlichen Deutschland. Ihnen zunächststehen dieElberfelder Zeitung mit stark 3000 und dieRheinischeZeitung mit nicht viel über 2000 Abonnenten (im ersten Quartal d. J.).Der Kern all dieser Ausführungen war jedesmal der Nachweis, daß dieKölnischen Blätter einen Gewinn nicht abwürfen.

War die Zeitung über die politischen Schwierigkeiten guthinweggekommen, so war das weniger der Fall in dem kirch-lichen Konflikt, der sich in den 1860er Jahren langsam vor-bereitete. 1861 trat das Blatt in den Streitigkeiten Döliingersüber den Kirchenstaat zwar nicht ausdrücklich auf seine Seite,aber es verurteilte den Kampf der katholischen Presse gegendie Odeonsvorträge des Münchener Gelehrten. Am 8. Dezember186*1 erschien die päpstliche Enzyklika Quanta cura mit dem