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Hundert Jahre J. P. Bachem : Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag ; [1818 - 1918 ; Köln, 4. Mai 1918]
Entstehung
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Kammerpräsidenten August Reichensperger die Gründungeiner neuen Kommanditgesellschaft unter der Firma Jos.Bachem & Comp, zur Herausgabe derDeutschen Volks-halle mit einem Kapital von 10000 Taler, deren alleinigerGerant Josef Bachem wurde. Die politischen Grundsätze warennach der Erklärung des provisorischen Verwaltungsrats vom14. September (abgedruckt im Monatsblatt des Borromäus-Vereins No. 33 vom 25. September 1849) im wesentlichen dieder Rheinischen Volkshalle:Ein einiges, großes und mächtigesDeutschland (mit Oesterreich), dieUnabhängigkeit der Kirche,dieFreiheit des Unterrichts gegen jede Beeinträchtigung, derFriede unter den Konfessionen.

Die Einrichtungsgegenstände der Gesellschaft Stienen & Co.waren für 294 Taler, das Verlagsrecht der Zeitung mit 1 Talervon der neuen Gesellschaft erworben worden, und so konntenach der letzten Nummer der Rheinischen Volkshalle für Sonntagden 30. Sept. 1849 die erste Nummer der Deutschen Volks-halle für Dienstag den 2. Oktober am Montagabend erscheinen.Ein schwungvoller Eröffnungsartikel aus der Feder HermannMüllers leitete das neue Unternehmen würdig ein. Als Schrift-leiter waren Dr. Eikerling und Dr. Kutscheit übernommenworden. Vom 1. April 1850 ab war dem Professor MüllerdieOberleitung der Redaktion gegen 1500 Taler Gehalt übertragenworden. Obschon die Bezieherzahl stieg den höchsten Standerreichte sie mit 3853 im ersten Vierteljahr 1852 ergab sichdoch ständig ein geldlicher Fehlbetrag, zu dessen Deckungseit 1852 ein damals gegründeterKatholisch-konservativerPreßverein 800 Taler beitrug, im nächsten Jahr 1000 unddann noch einmal 700 Taler.

Indes zeigte sich bald, daß mit dem sehr selbstbewußtenProfessor Müller schlecht auszukommen war. Auf sein Betreibenmußte Kutscheit entlassen werden, mit dem Mitarbeiter Franzv. Florencourt 55 in Wien, der ihm zu österreichisch war,geriet er in Mißhelligkeiten wie mit dem Verwaltungsrat derZeitung, und im November 1850 hatte er es bereits so weit ge-bracht, daß er polizeilich ausgewiesen wurde. Nachdem ihm aufFürsprache am 3. Februar 1851 die Rückkehr erlaubt wordenwar, verscherzte er sich die preußische Gunst zum andernMale durch Artikel gegen die Raumerschen Erlasse betr. Jesuitenund Missionare so sehr, daß er am 12. August 1852 als Bayer