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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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wählt und diese Wahl, sobald die Amtszeit von vier Jahren abge-laufen war, immer wiederholt und von der Regierung gern bestätigt,weil, wie es in den Landtagsprotokollen von 1763 heißt, seine aus-nehmende Amtsbeflissenheit in Besorgung der ihm anvertrauten Kassenbekannt sei. So wird er noch 1783 zum Generaleinnehmer auf vierJahre gewählt. Von seiner Geschäftstüchtigkeit zeugt es jedenfalls, daßer fchou 1760 zeitweise die Agenden des Landeshauptmannes besorgt.Nach dem Tode Georgs, Ältester des Hauses, erhielt er die Lehensgültund wurde von Josef II. mit dem Landgericht Kapfenberg mit Wild-bann und Fifchwafser belehnt.') Am 1. November 1784 fertigte er seinTestament aus. Universalerbe wurde Christian mit dem Beisatze, daßer den beiden jüngsten Brüdern, Alexander und Leopold, die noch un-versorgt seien, zu ihrem Pflichtteil eine Jahresrente von 300, bzw.400 Gulden ausfolge. Als er am 19. Februar 1792 starb, trauertenaußer den fünf Söhnen neun Töchter um den Heimgang eines geliebtenVaters. Von den Töchtern waren Henriette Stiftsdame zu Prag, Cäciliazu Graz, Nannette im Kloster ä Uotrs-Varas zu Eichstädt, AnnaTheresia an Christoph Grafen Wildenstein, Juliane an Johann GrafenSchaffgotsch, Barbara an Josef Freiherrn Dobrzensky und Klara anJohann Anton Freiherrn von Ow vermählt und Anna Franziska undMichaela noch ledig geblieben. Die Hinterlassenschaft wies an Sub-stitutionsvermögen 104.985 Gulden, an Allodialvermögen nach Abzugverschiedener Posten 182.000 Gulden aus. Von letzterem blieb demHanpterben die Hälfte, so daß auf die Kinder insgesamt 91.000 Guldenoder auf jedes einzelne 6500 Gulden zur Verteilung kam.

Wenden wir uns der Murecker Linie des Hauses Stubenberg indem Zeitalter der Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Josefs zu, ver-treten durch die Brüder Wenzel, Franz, Sigmund und Johann, vondenen der letztere aber eines frühen Todes starb. Dagegen hatte derOheim der Brüder, Josef, einen Sohn namens Johann Nepomuk, dernach einem zweifellos etwas abenteuerlichen Leben feinen Wohnsitz indem böhmischen Orte Taus aufschlug. Er war zweimal, kaum denWünschen seines Hauses entsprechend, vermählt, das erste Mal mit JosefaLindenthaler von Ahrenthal, die am 28. Mai 1778 starb, nachdem sieihrem Gatten acht Kinder, sechs Söhne und zwei Töchter, geborenhatte. Aus seiner zweiten Ehe mit Barbara — ihr Familienname istbisher nicht bekannt — entsproßte noch ein Josef Anton Joachim. Überdie sonstigen Verhältnisse der Familie find wir nicht unterrichtet. Viel-leicht bezog er aus irgend welchen früheren Diensten eine kleine Pension.Man weiß nur, daß er aus Obermureck die Zinsen von 9000 Guldenerhielt und sich zeitweise in großer Geldnot befand. Er starb im80. Jahre feines Alters am 13. Mai 1815. Von seinen Kindern über-lebte ihn nur seine älteste Tochter Nannette, welche die kleine Rente

') Gub.-Rep., 1753, Fol. 225. Steierm. Landesarchiv, landesfürstliche LehenErbämter.

2) In einein Prozeß, den das Haus Stubenberg mit Schrägt, bzw.Göschel um den Besitz von Unterkapfenberg führte, wird noch ein Josef Graf