300
losen Ehe lebtet) Ihre Eltern waren Ernst und Anna Barbara ge-borene Gräfin Wildenstein. Da er den Besitz nach seinem Vater undseinem Oheim Sigismund in seinen Händen vereinte, war er zweifel-los einer der reichsten Kavaliere seines steirischen Heimatlandes. ImJahre 1718 ist er Geheimer Rat und Feldmarschalleutnant/) Er er-scheint in den nächsten Jahren, wiewohl noch nicht alt, als das maß-gebendste Mitglied seines Hauses. Er ist Vormund seines NeffenGeorg, Vormund seines Vetlers Leopold, des Sohnes Heinrichs/) undordnete am 30. Juni 1724 die Hinterlassenschaft seiner drei Tage zu-vor gestorbenen Mutter Maria Katharina geborene Gräfin Rindsmaul.Die alte Dame hatte ihre Wohnung bei den Nrsulinerinnen gehabt,die nun die Wohnung so rasch als möglich geräumt sehen wollten.Entsprechend dem edlen Sinn der Hinterbliebenen wird der Haus-rat an die Bedienten gegeben. Die alten Beziehungen zum PrinzenEugen blieben bestehen; so wurde es diesem leicht, eine Schwierigkeitzwischen dem kaiserlichen Kriegsrate Grafen Trautmannsdorf undStubenberg beizulegen, dem jener den Geheimratstitel beneidete. Eugenkonnte denn Trautmannsdorfer die beruhigende Mitteilung machen, daßSe. Majestät auch ihm die gleiche Auszeichnung gewähren würde/)Am 0. Dezember 1730 erhielt Franz die Belehnung mit den landes-fürstlichen Lehen seines Hauses;") am November des folgenden Jahreswurde er zur Generalobristenstelle in Karlsstadt befördert; °) als solcherwar er verhalten, zu den Landesversammlnngen zu erscheinen/) Bevorwir aus seine übrigen Lebensschicksale eingehen, ist es notwendig, seinerBrüder zu gedenken. Gundaker, der sich dem geistlichen Stande ge-widmet hatte, wurde im Februar 1705 zum Hauptpfarrer von Riegers-burg ernannt und zwei Jahre später daselbst installiert/) Die Pfarrewar eine der bedeutendsten des Landes, denn ihr unterstanden diePfarren in Hohendorf, Fehring, Feldbach, Baldau, Edelsbach, Hart-mannsdors, Jlz, Söchen, Loipersdorf, die Lokalie in Breitenfeld unddas Kuratbenefizium in Bertholdstein. Es ist begreiflich, daß sie meistan Günstlinge des Hofes oder an Angehörige der steiermärkischenAristokratie verliehe» wurde. Am 14. März 1714 bat er für sich undseine Brüder um die Einantwortung des väterlichen Erbes. Doch einigteer sich mit Christian dahin, es in seiner Gesamtheit auf Franz kommenzu lassen und sich mit einer Apanage zu begnügen. Christian ist 1721
0 Heiratsvertrag. Ebenda, 208.
Ebenda, 219. Inventar Franz.
») Ebenda, 228.
ß Original, ddv. Wien 1728, November 10. Im Besitz von Gilhoser undRanschbnrg.
5) Steierm. Landesarchiv. Lehen, II, 88.
°) Landesarchiv Klagenfurt, Fasz. 176, Nr. 3. Landesarchiv Kroatien, 1732,Fasz. 1, Nr. 5.
st ZtvbsvbsrK' von xotssr somparsrs all rsAvi oon^rsAatioveiaXVII. ^.pril Lslödravclaia, sei viarvrv sx Ktvria psr Xrapivaia äaosaäarniarsxaratiovsrv ru-Astr Kroat. Landesarchiv, 1733, Fasz. 1, Nr. 31, 59.
") Stalthaltereiarchiv, Da, 30 sx 1708, und Gutachten 1707, Februar,Nr. 21.