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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Da Saurau seine Kampfbegier an diesem Tage nicht befriedigenkonnte, verschob er seine Pläne auf den nächsten Tag; er mußte, daßStubenberg an diesem Tag einer Geheimratssitzung beiwohnen werde,denn man hatte noch am Freitag bei Max Galler, wo er zu Abendspeiste, davon gesprochen. Auf Grund der am Abend vorher erhaltenenKunde begab sich Saurau am 7. Juli zwischen 9 und 19 Uhr morgenszu seinem Schwager, erfuhr aber, daß er nicht zu Hause sei, sondernsich in eine Ausschußsitzung begeben habe. Auf das hin verfügte er sichin das Gallerische Haus. Da inzwischen der Graf von Rottal mit derPost aus Wien ankam und bei der Gräfin von Herberstein abstieg,sandte Saurau die Kammerdienerin Ritsch zu seiner Schwester, er lassebitten, ihrem Gemahl einen Zettel zu schicken, daß, er so rasch alsmöglich nach Hause komme, weil er mit ihm wichtige Dinge zu besprechenhabe. Herberstein verließ sonach die Sitzung und eilte nach Hause,wohin er Saurau kommen ließ. Beide gingen eine Zeitlang im Zimmerauf und ab und kamen zu den, Entschluß, Stubenberg aufzupassen,wenn er aus der Beratung komme und ihn, wenn er bei der Herber-steinischen Behausung vorbeifahre, zu attackieren. Sie begaben sich zuRottal und blickten, bald der eine, bald der andere, bald beide, zumFenster hinaus, die Gasse aufwärts, von wo der Wagen kommen mußte.Saurau redete wenig und ging gedankenvoll in der Stube auf undsagte auf Rottals verwunderte Frage, was ihm fehle: „Ihr werdetglauben, ich sei ein Narr, weil ich so wenig rede." Nach einer Weilefügte er hinzu: „Wie wird doch heut' der geheime Rat so lange nichtaus!" Als endlich Stubenbergs Wagen erschien, rief Saurau seinemSchwager zu: „Allons, Herr Bruder, gehen wir; der Stubenbergkommt." Beide liefen vom Fenster hinweg zur Stufe des Haustoresund standen dort mit entblößtem Degen. Sobald der Wagen erschien,sprang Saurau herbei, schrie dem Kutscher: „Halt!" uud ein zweitesMal: „Halt, du Hund. . . oder ich stoß' dich vom Sitz herab" zu;zu Stubenberg aber: „Halt, Leopold, scher' dich heraus!" So kames — es war gegen 12 Uhr — zum Kampfe, der so schnell vorsich ging, daß Rottal, der eilends, nur halb angezogen, hinablief,ihn schon beendet fand. Die Darstellung des Kampfes ist je nachder Stellungnahme der Zeugen eine verschiedene. Nach der AussageHerbersteins hatte Saurau seinem Gegner Zeit zur Verteidigung gelassen.Wie wenig das der Fall war, entnimmt man der Aussage Rottals.Stubenberg, der beherzt aus dein Wagen gestiegen war, warf seinePerücke hinweg und stellte sich zur Verteidigung. Der Ausgang desStreites konnte ja nicht zweifelhaft sein. Zwei gegen einen. Beide mitguten Degen, Stubenberg nur mit dem Paradedegen — einem Degerl —versehen. Der Sauraus war mehr als anderthalb Finger breit, vierSpannen lang, auf beiden Seiten „schnittig", scharf ivie ein Rasier-messer und tauglich zum Hauen und zum Stechen. Einem Augenzeugen

tz Der gegenüber im Trautmannsdorfischen Hause wohnte; HerbersteinsWohnung befand sich im Dietrichsteinischen Hause. ^