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Aus diese Seite seines Wirkens mag hier um so mehr hingemiesen werden,als nur hierüber besser unterrichtet sind als über andere Seiten seinesWirkens, sei es als Politiker oder Landwirt. Man darf annehmen,daß er in Ungarn in einer dieser Richtungen, vielleicht auch militärischtätig war, wie er denn gleich seinem Vetter Wolf 1655 die Magnaten-würde daselbst erhielt. Von seinen eigenen Dichtungen 'ist wohl daswenigste erhalten. Wie es scheint, haben die vielen Übersetzungen allein,die er ans fremden Sprachen in die Deutsche gemacht hat, ihm jenenhohen Ruhm eingetragen, den er bei den Zeitgenossen hatte. Noch injungen Jahren hatte er deren Beifall errungen. Kaum 30 Jahre alt,wurde er Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft/) deren Aufgabe eswar, dahin zu wirken, daß man gut rein deutsch rede und schreibe undall das tue, was zur Erhebung der Muttersprache dienlich ist", „daßmau die hochdeutsche Sprache in ihrem rechten Wesen und Stand ohneEinmischung fremder Wörter erhalte und sich sowohl der besten Aus-sprache im Reden, als auch der reinsten Art im Schreiben und Reime-dichten sich befleiße". „Jedes Mitglied sollte das in Gold geschmelzteGemälde der Gesellschaft, deren Namen und Wort auf der einen, deneigenen Namen, Gemälde und Wort auf der anderen Seite an einen:grünen Bande tragen." Jedes Mitglied wählte sich einen sinnigenBeinamen: Hans Wilhelm nannte sich den Unglückseligen in zarterJugend. Seine schriftstellerische Tätigkeit wird in der „Kurzen genealo-gischen Beschreibung derer Herren von Stubenberg" aufgeführt.ch Essind zehn größere Werke: Übersetzungen französischer und italienischerSchriften u. s. w. Welches Ansehen der Unglückselige im Kreise derFruchtbringenden Gesellschaft besaß, entnimmt man außer den zahl-reichen, zu seinem Lobe gedichteten Epigrammen, vornehmlich demSchreiben, das Herzog Wilhelm zu Sachsen, selbst ein Mitglied derFruchtbringenden Gesellschaft und damals ihr Oberhaupt am 9. Februar1657 an ihn gerichtet hat.Z Noch höher war begreiflich seine Wert-schätzung im Kreise der nächsten Verwandten, wie denn Georg Augustinin einen: Gedicht an Hans Wilhelms Sohn von ihm sagt:
Ich darf gar nicht erwähnenDen großen Vater itz.
Der vormals schon mit ThronenBesorgt des Stammes Stütz',
livAuu nitorsra cksbst ao puritatsiu, postsris ackruirationsra, d. h., Wandersmann,steh' still, lies und seufze. Ein einziger Stein deckt hier so viele geehrte Leichen,nämlich: In diesem Grabe ruht Johann Wilhelm von Stubenberg, der nichtallein wegen seiner sehr alten Familie, die unter die vornehmsten in Deutsch-land gerechnet wird, sondern auch vieler Sprachen und Wissenschaften halberhochberühmt war, dessen herrlichem Verstand die deutsche Sprache ihren Glanzund Reinheit zu danken hat, so daß auch die Nachkommen seine Schriftenbewundern.
U Barthold, Geschichte der Fruchtbringenden Gesellschaft, S. 168.
") Sieh die Abb. ebenda.
s) Danach in meinem Aufsatze „Der Unglückselige". Sieh auch Goedeke,Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung, III, 247.
i) Auch die Bildnisse, die von ihm erhalten sind, bezeugen das.