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ihrer Begräbnisstätte aus, für den sie 20 Schock Meißner Groschenerlegte. Seit dem Tode Georgs wuchs ihre Bedrängnis. Am 24. Juni.1632 schrieb sie den sächsischen Kominissären, daß ihres lieben seligenHerrn Güter in Böhmen konfisziert worden seien und sie alles, wasdabei gewesen sei, habe abtreten müssen. Bald nachher wird sie ge-storben sein. Nach ihrem Tode übernahmen Georg Krschinetzky undKatharina von Stubenberg die Vormundschaft für ihren Sohn. Erkam nun nach Dresden. Als er 16 Jahre alt geworden war, ginger seiner Studien wegen auf Reisen, die ihn gewiß zunächst zu seinenVerwandten nach Regensburg und Nürnberg, dann nach den Nieder-landen, Frankreich und wohl auch nach England geführt haben. Umdas ihm von seinem Vetter ausgesetzte Legat zu erhalten, erbat er sichund erhielt er die Verwendung des Kurfürsten. Wir kennen bereits denVertrag, den er mit seinem Vetter Wolf abschloß, auf Grundlage dessenihm die beiden Herrschaften Schallaburg und Sichtenberg eingeant-wortet wurden. Jetzt durste auch dieser Zweig des Hauses Stuben-berg hoffen, zu neuem Ansehen zu gelangen. Zunächst ging HansWilhelm daran, sich ein Heim zu schaffen. Sein Herz hatte sich längstseine Lebensgefährtin erkoren: es war eine Verwandte, die TochterSidoniens von Stubenberg, die mit Paul von Eibiswald vermähltgewesen war: Felizitas Dorothea. Auch Paul von Eibiswald befandsich unter steirischen Emigranten. Er hatte sich in Berlin niedergelassenund ist dort am 30. Mai 1633 gestorben. Sidonie ging mit ihrerMutter nach Hamburg und ließ dann, als sie ihrer Geschäfte wegenfür eine Zeitlang nach Österreich ging, ihre schöne und anmutigeTochter bei der Herzogin von Braunschweig in Schöningen zurück.Dann ließ sie sich in Regensburg nieder und hier feierte Hans Wil-helm seine Verlobung. Die Hochzeit fand am Faschingsonntag 1642auf Schallaburg statt. Wolf von Stubenberg leistete seinem Vetterfür jene „heiratlichen Anforderungen" Bürgschaft, zu denen sich dieserseiner Braut gegenüber verpflichtet hatte. Die Neuvermählten weiltenviel in Ungarn, wo sich zahlreiche Emigranten in Preßburg undÖdeuburg niedergelassen hatten. In Preßburg wurde am 2. Jänner1643 das einzige Kind geboren, das der Ehe beider entsproßte: RudolfWilhelm. Die Ehe gestaltete sich zu einer außerordentlich glücklichen.Felizitas besaß, wie ein Zeitgenosse von ihr rühmend sagt, „die äußer-liche und innerliche Schönheit der Frau und ihre christlichen Tugenden",so daß ihr Vetter Georg Augustin von ihr singen durste:
Denn ihre GabenBegehren einen Schwan
Von Boberfeld zu habenUnd einen Klaudianl)
Im Jahre 1648 machte Wolf von Stubenberg, um seinenschweren Bedrängnissen — er hatte so viele Apanagen auszuzahlen —
') D. h.: sind würdig, von einem Dichter wie Martin Opitz von Bober-feld oder Klandian besungen zu werden.