Druckschrift 
Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
Seite
250
Einzelbild herunterladen
 

250

Jsabella, geborene Freiin von Krouegg, verwitwete Gräfin Thurm, ffstarb jedoch schon am 28. August 1668. Tags darauf erstatten seineSöhne Meldung an den Landeshauptmann und bitten, daß in seinemHause die gerichtliche Sperreff vorgenommen werde. Dies werde auchin den Schlössern notwendig sein.

NeummdzwanzigskeÄ Kinkel.

Drei Dichter im Hause Stubenbera.

Hans Wilhelm, genannt „der Unglückselige". Georg Augnstin undOtto Galt. Der Ausgang der Wurmbcrgrr Linie.

Die Religionsdekrete Ferdinands II. hatten beide Linien desHauses Stnbenberg auf das schwerste getroffen. Vom Kapfenberger Astwaren außer Georg dem Älteren und seiner Gemahlin noch Sidoniaund Katharina, die Witwe nach Wolfgang und Schwägerin Georgs,vom Wurmberger alle Mitglieder bis auf Franz in die Fremde ge-gangen. Zum Kapfenberger Ast gehört auch Hans Wilhelm (sieh Abb.Nr. 19), der Sohn des bei der Jitschiner Katastrophe verunglücktenRudolf. Wenn er in die Fremde zog, waren es andere Motive alsjene, von denen die übrigen Emigranten des Hauses Stubenberg ge-leitet waren. Wir dürfen uns mit seinen Geschicken etwas eingehenderbeschäftigen, denn seine Geschichte ist ein gutes Stück der deutschenLiteraturgeschichte, die ihn als Mitglied der Fruchtbringenden Gesell-schaft mit dem Beinamen des Unglückseligen kennt, ff

Nach dem Abzüge Georgs des Älteren konnte sich Justine, diebis dahin wesentlich von seiner Unterstützung gelebt hatte, in Losdorfnicht behaupten. Man weiß, wie der protestantische Adel, der ausBöhmen ausgewandert war, seine nächste Zufluchtstätte in Sachsensuchte. Die meisten zogen in der Hoffnung dahin, daß ein Wandelin der Politik ihnen die Heimkehr gestatten und ihnen die verlorenenGüter wiedererstatten würde. Diesen Gedanken mochte sich auch Ju-stine hingeben, als sie mit ihrem kleinen Hans Wilhelm und den ärm-lichen Resten ihres Vermögens ihre Schritte nach Sachsen lenkte. Sieging nach Pirna, wo sich eine starke Kolonie böhmischer Emigranteneinfand. Dort weilte auch Katharina und ihr Bruder aus dem HaufeKinsky. Am 31. Dezember 1629 hatte Justine eine Bittschrift an denKurfürsten Johann Georg eingereicht und um die Erlaubnis ersucht,in Sachsen bleiben zu dürfen. Dies wurde ihr gern gewährt. Wie esscheint, war ihre Gesundheit schon sehr geschwächt, als sie nach Sachsenkam. Sie dachte an ihr Ende und suchte sich in Pirna einen Platz zu

ff Heiratskontrakt, ddo. 1657, Mai 5., ebenda.

ff Inventar, sieh Landrecht, 207 und 219.

ff Für das Folgende finden sich alle Belegstellen in meinem Aufsatze„Der Unglückselige". Skizzen aus den Tagen des böhmischen Aufstandes von1618 und seiner Nachwehen, im 18. Bd. d. Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschenin Böhmen, 217—291, und Zeitschr. f. d. steierm. Gesch., Jahrg. 1910.