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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Damit ging wohl der größte Teil, vielleicht der ganze Besitz, dendas Haus Stubenberg in und um Pöllau besaß, in fremde Händeüber.') Und auch in Obersteier und im Ennstal mußte altes Gutdahingegeben werden. Am 26. August 1652 willfahrte die Regierungder Bitte der Schwägerin Wolfs, ihr und ihrer Tochter die schuldigenSummen auszuzahlen. Jetzt wurde wirklich stückweise verkauft: Vonden bisherigen 813 Pfund Herrengült, die Frauenburg hatte, kamen169 an Pagge, 32 an Frapd, 8 an Salome Freisamb, 76 an JohannErnest von Prankh, 6 an Christoph Mondschein in Leoben, 3 an Seba-stian von Zoltenstein, 4 an Veit Leeb zu Judenburg, 95 an den Dom-propst von Seckau, so daß die Frauenburger Herrengült fast aus dieHälfte sank. Wie man einer Spezifikation entnimmt, sind, auf dieseWeise zumeist, im Jahre 1652 allein 78.306 Gulden zurückgezahltworden. Für den Rest suchte Wolf um ein dreijähriges Moratoriuman. „Er hätte", schreibt er im Jänner 1654 an die Regierung, „schondas Ganze gezahlt, wenn ihm sein Lutherischer Vetter" Hans Wilhelmnicht Einstreuungen beim Bischof von Freising gemacht hätte. Würdeer übrigens seine ausstehenden Gelder einbekommen, so könnte diesunverweilt geschehen; er habe 40.066 Gulden beim Kaiser, 17.000 bei derLandschaft in Kärnten und 18.000 in Steier liegen." Diese unerquick-lichen Schriften und Gegenschriften gehen noch einige Jahre weiter.Im Jahre 1656 erbat Wolf vom Kaiser ein abermaliges Moratoriumaus zwei Jahre mit dem Bemerken, daß er in den letzten zwei Jahrenan die Gläubiger an Zinsen und wittiblicher Unterhaltung nicht wenigerals 63.700 Gulden abgezahlt habe. Würde man ihn drängen, so hießedas ihn von dem Genuß seiner Güter treiben. Er erhielt nun dasgewünschte Moratorium und damit Zeit, diese Geldangelegenheiten zuordnen. Inzwischen war schon am 11. August 1654 zwischen Wolfund Hans Wilhelm eine Vereinbarung getroffen morden, daß Wolfunbeschadet der Erbeinigung — die Frauenburg, Hans Wilhelm diebeiden Herrschaften Schallaburg und Sichtenberg verkaufen dürfe.")Die Frauenburg ging dann am 2. März 1656 an Wolfs Nichte Elisa-beth Renata Gräfin Kolonitsch über, nachdem sie durch mehr als zweiJahrhunderte im Besitz des Hauses Stubenberg gewesen war. ElisabethRenata erhielt mit der Frauenburg 214 Pfund an Gülten und 1661

') Das möchte aus der Überschrift: „Urbarium über alle Stück undGült, so umb und bei Pöllau liegen und nach Kapfenberg gehören. DatumGeorgi 659. Int. v, Ins Lädl 96." Das Urbar enthält den oben angegebenenBesitz. Das Georg-Hasen-Amt hat 82, das Reitter-Amt 93, das Amt am Gschaidt(mit Wenigzell) 53 Untertanen; und zerstreut in Miesenbach und anderen Ortensind 37 Untertanen. Von Lagennamen werden erwähnt, das Flacherhöfel, derMeinraterhof, der Walserhof, Pleinhof, Hof am Haideck, Weghof, Herrenhof,Hof auf der Heide, Tristrambhos, Otterhof, Wurmbhof, Wölflerhof, R'atenhöfel,Krughof, Ungerhöfel, Schleifenhof, Stainachhof, Haslhof, Seidlerhöfel, Pütter-höfe!, Kohlhöfel, Haunerfeldhöfel u. f. w. Das Urbar, einst im Besitz der FrauGräfin Anna Buttler geborenen Gräfin und Herrin von Stubenberg, ist jetzt imsteierm. Landesarchiv, Spezialarchiv Stubenberg, Urbare.

2) Landrecht Stubenberg, 211.

") Ebenda, 299.