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Frauenburg i) und Kapfenberg. Es war sonach zwar die Hauptmassedes Stubenbergischen Besitzes in den Händen der beiden Brüder ver-einigt, aber sie hatten darauf so schwere Lasten, daß es fraglich schien,ob sie ihn würden behaupten können.
Von den beiden Brüdern war Georg mit Susanna Elisabethvon Lengheim vermählt, eine Ehe, der eine einzige Tochter, ElisabethRenata, entsproßte; Wolf heiratete Anna Kreszenzia von Scheitt, dieihm eine nicht unbedeutende Mitgift zugebracht haben muß; sie erbtevon ihrem Vater Polykarp Herrschaft und Schloß Süßenheim in derGrafschaft Cilli mit einer Herrengült von 138 Pfund 4 Schilling und11 Pfennig, die sie im Jahre 1632 an Georg von Herberstein ver-kaufte; desgleichen besaß sie als ihr Eigengut die Herrschaft Schmieren-berg bei Leutschach, die in der Folge an ihre Kinder überging. Zunächstblieb Wolf in den Diensten des Kaisers, der ihn am 29. November1629 „in Anbetracht seiner bekannten, ansehnlichen und stattlichenQualitäten und seines treuen und eifrigen Dienstes" zu seinem Rat undKämmerer ernanntes) Er dürfte es gewesen sein, von dem die Tra-dition des Hauses spricht — aus dein Jahre 1740 gibt es hierübereine schriftliche Aufzeichnung -—, daß er die ihm angebotene Grafen-würde mit dem Bemerken zurückwies, er wolle lieber ein alter Herrbleiben als ein junger Graf werden. Das hinderte nicht, daß ihmdie Gnade seines kaiserlichen Herrn treu blieb; denn dieser schätzte eshoch, daß Wolf und sein Bruder sich dem katholischen Glaubens-bekenntnisse zuwandten, Wolf sogar ein eifriger Gönner der Bettel-orden wurde. Georg, auf den als den Ältesten des Hauses dessen Lehenfielen, widmete sich eifrig der Bewirtschaftung seiner Güter. Von denSchwestern der beiden Brüder war die älteste Benigna an Christoph,Sidonia an Paul von Eibiswald, Dorothea mit dem Freiherrn vonAlthan, Susanna mit Johann Ludwig von Kuefstein und Anna mitJohann Friedrich von Herberstein vermählt, da einer jeden Schwestereine für die damaligen Verhältnisse nicht unbedeutende Summe als Mit-gift gegeben werden mußte/) so kam das Haus schon jetzt in finanzielleSchwierigkeiten, mit denen vielleicht der Verkauf von Stubenberg zu-sammenhängt, wenn er nicht schon früher, etwa in den Tagen derprotestantischen Emigration, vollzogen wurde. Schloß Stubenberg samtZugehör gelangte zunächst in den Besitz des Hauses Falbenhaupt undging durch Kauf am 20. März 1633 in den Besitz Ernsts Freiherrnvon Herberstein über/) Nach dem Tode Franzens, der auf dem Nieder-
0 Aus dieser Zeit rührt das Wappen an einem Keller auf dem Wegezur Ruine von Frauenburg. Man wird die Widerhaken am Anker bemerken.
2) Original, Stubenberg-Archiv, 12/77.
3) Im ganzen zahlte Georg nach vorliegenden Quittungen 53.951 Gulden.Dann allein 20.951 Gulden an Sidonia, eine Summe, die ihr als Emigrantinnach Leipzig angewiesen wurde. Orig.-Urk. ddo. Graz, 1638, Juli 22. Ebenda.
0 Perg.-Urk., Herberstein-Archiv, L. VIII, I. 1, Nr. 362 n. Sieh auch dasInventar der Hinterlassenschaft des Freiherrn Georg von Herberstein auf seinen:Gute Stubenberg. Ebenda L. VI, I. 1, Nr. 334. Im Herberstein-Archiv findet