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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
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Neustadt a. d. Mettau uud das Gut Tschermney erhielt, schlugRudolf seinen ständigen Sitz in Böhmen auf und galt fortan als Mit-glied des Herrenstandes dieses Landes. Rudolf war — wir besitzenein Porträt von ihm aus dem Jahre 1616 — eine stattliche, kräf-tige Erscheinung mit ausdrucksvollem Gesicht, Adlernase und kräftigemdunklen Haupt- und Barthaarwuchs. Er war dreimal verheiratet: zu-erst mit Elisabeth von Khevenhüller, eine Ehe, der eine Tochter namensAnna entsproßte, dann mit Katharina aus dem böhmischen Herren-geschlecht Smincky, endlich mit Justine von Zelking, über deren Weseneinige Briefe Licht verbreiten und davon zeugen, daß sie ihrem Ehe-herrn in inniger Liebe zugetan war.

Der zweite Bruder, Friedrich, war mit Susanne, eine der vielenTöchter Balthasars II. von Stubenberg und der dritte, Georg Hart-mann, aus den das jetzt noch bestehende Herrenhaus zurückgeht, mitDorothea von Tannhausen vermählt, st Friedrich war zur Verwaltungseiner Güter wenig geeignet. Darum überließ er Rudolf gegen eineZahlung von 1660 Schock Groschen jährlich Gutenberg nebst seinemAnteil an dem Pfandbesitz Humel auf zehn Jahre. In gleicher Weisehatte er dem zweiten Bruder Schloß und Herrschaft Steiersberg inNiederösterreich überlassen (1594). Vier Jahre später gab er an Rudolfnoch die Summe von 26.560 Talern, wogegen ihm eine Jahresrentevon 860 Talern zugesichert wurde. Mit dem Landgericht St. Ruprechta. d. Raab wurde Georg Hartmann, der seinen Sitz auf Stubeckhatte, belehnt. Da Rudolf außer stände war, in Steiermark zu weilen,übertrug er die Verwaltung von Gutenberg an Georg Hartmann, derdas Gut schließlich kaufte, wobei er freilich, um die Kaufsumme auf-zubringen, sich genötigt sah, Schloß und Herrschaft Steiersberg zu ver-kaufen. Es ging am 22. September 1666 samt den Vogtei- undKirchenlehen beider Pfarren, Kirchau und Hasbach, an Ernreich Wurm-brand zu Stuppach und Reittenau über, bei dessen Haus sich die Herr-schaft noch heute befindet. Damit wurden die letzten Reste Altstuben-bergischen Stammgutes in der Neustädter Gegend dahingegeben.

Georg Hartmann muß sich durch große Verwaltungstalente her-vorgetan haben, die es erklärlich machen, daß ihm sein KapfenbergerVetter die organisatorischen Arbeiten auf dein neuerworbenen GuteGeyersberg anvertraute.

Es war damals die Zeit „des Bruderzwistes in Habsburg". WieGeorg schloß sich auch Rudolf an den Erzherzog Matthias an, beidem er die Kämmererwürde erlangte. Durch seine Heirat mit Justinevon Zelking — die Hochzeit wurde 1610 im Losensteinischen Hause inLinz gehalten — kam er in nahe Beziehungen zu den Ständen inOberösterreich. Seiner Gemahlin sicherte er die stattliche Morgengabevon 17.866 Gulden rheinisch und verpflichtete die künftigen Inhaber

st Sieh Loserth, Das Stammbuch der Frau Dorothea von Stubenberggeb. Freiin von Tannhausen, Steierm. Zeitschr. f. Gesch., III, 26. In demprotestantischen Tauf- und Traunngsregister (Kodex 1285 des steierm. Landes-archivs) ist als Tag der ehelichen „Zusammengebung" der 7. Mai vermerkt.