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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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allerlei Maulwaschens haben möchten'. Du weißt jetzt, wie die Dingeliegen. Ich wäre der Sachen gern überhoben gewesen, kann aber meinKind nicht auf die Gasse stoßen lassen. Stirbt sie, so sällt ja auch diesGut wieder heim."^)

Die Einantwortung der Losensteinischen Herrschaften erfolgte imJänner 1614.2) Aie Kapfenberger Linie hatte damit die größte Aus-dehnung ihres Besitzes erlangt. 1km so schlimmer sah es mit der Wurm-berger aus. Am 24. April 1616 verkaufte Georg der Ältere, „einerehrsamen Landschaft besoldeter Rittmeister" Schloß und HerrschaftWurmberg samt allem Zugehör mit Ausnahme der StubenbergischenErblehen, an Philibert Schranz von Schranzenegg und Forchtenstein.Sollte dieser sie wieder verkaufen, so behält er sich das Vorkaufsrechtbevor. 6) Dazu ist es nicht mehr gekommen, denn aus dem BesitzSchranzens ging Wurmberg zuerst in den Wolf Sigmunds von Herber-stein, dann in jenen des Freiherrn Hans Wechsler über, dessen Schwestersie wieder an Wolf Sigmunds Sohn Geuthert Freiherrn von Herber-stein verkauftes) Der schönste Teil vom alten Pettauer Erbe war sonachin fremde Hände gekommen. Schwerer freilich wog der Verlust derungleich bedeutenderen Herrschaft Neustadt a. d. Mettau. Wir gelangendamit zur Katastrophe Rudolfs von Stubenberg und der Konfiskationseiner Güter.

Siebemmdzwanzigstes Kapitel.

Das Hans Stnbenbevg und der böhmische Ausstand

von 1616.

Die Konfiskation von Neustadt a. d. Mettan. Die EmigrationGeorgs des Älteren und der übrigen protestantischen Mitgliederdes Stnbenbcrgischcn Hauses.

Der ältere Zweig der Kapfenberger Linie hatte den wertvollerenTeil seines Besitzes im nordöstlichen Böhmen. Man durfte erwarten,daß der Pfandbesitz Humel allmählich in einen Eigenbesitz übergehenwerde. Dann hätte das Stubenbergische Haus auch in Böhmen zu denreichsten und mächtigsten Adelsgeschlechtern gehört. Nach dem Teilungs-vertrag, den die Brüder Rudolf, Friedrich und Georg Hartmannam 12. Juni 1588 miteinander abschlössen") und in welchem Rudolf

1) Kapfenberg, 1611, Februar 10. Original, Stubenberg-Archiv, 9/12,37/219—250.

2) Stubenberg-Archiv, 10/232.

2) Hammer-Purgstall, Die Gallerin auf der Rieaersburq, I, 62—61.-») Ebenda, 78-80.

5) Aus einem späteren Vertrag vom 21. April 1591 (Gültenaufsand-bücher, IV, 196) ist ersichtlich, daß Rudolf die Herrschaften und Gülten inBöhmen an sich nahm, in Steiermark aber für Georg Hartmann 612 Pfund26 Pfennig Ä Heller, für Friedrich ein ebensolcher Betrag übrig blieb.