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Sechsmid)w-imigstes Kapitel.
Georg Herr voo Stubenberg und die Gegenrefor-uration in Innerösterreichk)
Die Pflmdschaft Sttycv und die Erwerbung von Schallaburg undSichtcuvcrg. Der erstmalige Verkauf von Fraüenburg. Die Erwerbungvon Geycrsbcrg in Böhmen und die Vcrauszerung von Wurmberg.
Es war eine unvergleichliche Stellung, die Georg nach dem Todeseines Vaters und dem seines Bruders in Steiermark einnahm, da nunder ganze große Besitz, wie ihn der alte Wolf einst vier Söhnen zu-gedacht hatte, einein einzigen zufiel. Georg (sieh Abb. Nr. 18) warindes nicht bloß durch seinen Reichtum, der ihn über alle Adelsgenossenhoch hinaushob, sondern auch durch seine hohe Bildung und seinenbiederen Charakter bestimmt, eine hervorragende Rolle in seinem Vater-lande zu spielen. Er hatte die Wahl, in den Hof- oder in den Dienstder Landschaft einzutreten. Im ersten Falle hätte er seinen starkenkirchlichen Überzeugungen ein Opfer bringen müssen, dann hätte manfreilich ein Aussteigen gesehen, wie bei den Eggenbergen, Liechtensteinsund den übrigen Adelshäusern, deren Reichtum und Macht in die TageFerdinands II. zurückreicht. Da er dies Opfer nicht zu bringen vermochte,blieb ihm der höhere Hof- und Staatsdienst verschlossen/) Und auch denLandesdienst wies er im Hinblick auf die weitverzweigten Geschäfte seinesHauses, denen er seine Kraft und sein Wissen lieh, von sich. Bei derStellung, die sein Vater bei Hofe einnahm, ist es begreiflich, daß er mitdem letzteren die mannigfachsten Berührungen hatte. Wir besitzen einenBrief, den Ferdinand II., er war damals noch Student in Ingolstadt,am 20. Juni 1593 an Georg schrieb. Er spricht darin seinen Dankfür ein ihm zur Erlernung des Reitens geschenktes dunkelbraunes Roßin warmer Weise aus/) Auch später bezeugt ihm der Erzherzog wieder-holt sein Wohlwollen, wie er ihn denn zu seiner Hochzeitsfeier förmlicheinlädt/) Er machte ihn gleichfalls zu seinem Rat und gebrauchte ihnbei verschiedenen und wichtigen Legationen, wie er denn auch 1605Ferdinands II. Schwester als Hofmarschall auf ihrer Brautfahrt nachPolen begleitete. Von der größten Bedeutung für die Haltung Georgs
tz Da ich diesen Gegenstand in den letzten Jahren wiederholt behandelthabe, wird es an dieser Stelle genügen, auf meine Ausgabe der Akten undKorrespondenzen zur Geschichte der Gegenreformation unter Ferdinand II. inden ?ontss rsr. ^.nstr., 2 Abt., Bd. b8 und 6V, hinzuweisen, woselbst sich einreichhaltiges Material zur Geschichte Georgs findet; die obigen Ausführungenkonnten danach kürzer gehalten werden.
2) Erzherzog Karl hatte ihn zum niederösterreichischen Regimentsratgemacht; diese Stelle bekleidete er einige Jahre.
2) Stubenberg-Archiv.
st Ebenda, 12/77: „Er werde", heißt es da, „uns auf den Dienst wartenund bei den drei Rilterspielen, die angeordnet sind, mitwirken"; am ersten Tagein Ringelrennen, am zweiten eine Quintane, beide in „Maschera", am drittenein Fußtnrnier.