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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Lehen.') Für die Gößer Lehen, es waren 32 Stück, liegt erst einLehensbrief vom 6. März 1570 vor. Beide Brüder sind bemüht, denererbten Besitz in zweckmäßiger Weise zu arrondieren. Es fehlt dennnicht an Käufen: Das Amt zu Trafeß unterhalb Pernegg wird vonSebastian von Dietrichsteiu erworben, von Sepfried von Eggenbergwird der halbe Pichelhof, von der Marktgemeinde Weiz Gülten inder Höhe von 23 Pfund erworben. Vom Abte Johann von St. Lambrechtwerden Güter und Gülten in der Veitsch in der Höhe von 14.000 Pfundgegen Ablösung in 15 Jahren erworben. Daneben geht ein betriebsamerVerkauf von bäuerlichen Gründen.") Durch Erbschaft fällt an WolfsGattin der entsprechende Teil aus dem Nachlasse ihres Bruders AndrePögl. Aber über alle diese Erwerbungen hinaus steht die einer großenPfandschaft in Böhmen. Fast hatte es den Anschein, als wollte das Stuben-bergische Haus den Neustädter Besitz in Böhmen nach der GlatzischenSeite hin abrunden. Am 16. Mai 1570 - wenn anders das später vondem Pfleger Remigius Ebner gegebene Datum richtig ist — verpfändeteKaiser Rudolf II. dem Hause Stubenberg die Herrschaft Humel um22.500 Schock Meißner Groschen. Durch mehr als zwei Jahrzehnteist dieser Pfandbesitz beim Hanse Stubenberg geblieben. Wann dieRücklösnng erfolgte, ist aus den Akten nicht zu ersehen und war schon1623 den Stubenbergischen Pflegern unbekannt. Wahrscheinlich in denJahren 1591—1593. Vielleicht wurde um die Pfandsumme die Herr-schaft Geyersperg erkauft, über deren Erwerbung wir keine aktenmäßigenBelege besitzen. Humel oder Landfried, wie es auch heißt, umfaßtedeutsche und tschechische Orte; jene sind: Reinerz, Hermansdorf, Hart,Romes, Rückersdorf, Haid, Fredersdorf, Vischin und Kauldorf, diese:Lebin, Georgsdorf, Janernik, Leschney, Taßau, Krzizanow, Jarkau,Danzau, Gelnan, Sakesch, Nerbotin, Tfchuschmiaw und Kheßl.

Hans von Stubenberg, der die Pfandschaft erwarb, erfreute sichdes neuen Besitzes nicht lange. In seinem am 19. August 1570 ab-gefaßten Testamente — es liegt nur in tschechischer Sprache vor —vermachte er Neustadt a. d. Mettan und Humel seinen Söhnen.Vom steirischen Besitz ist in der nur Böhmen berührenden Urkundenicht die Rede. Hans hinterließ sechs Söhne: Hans, Otto, Rudolf,Friedrich, Hartwig und Georg Hartmann. Von ihnen waren die letztendrei noch so jung, daß sie in der Obhut der Mutter verblieben; Ger-haben waren Wolf von Stubenberg und Pankraz von Windifchgrätz.Die landesfürstlichen und geistlichen Lehen gingen an Wolf über.Hansens Sohn Härtung starb bereits am 18. Juni 1571. Für feineNeffen trug Wolf getreulich Sorge; ihm danken sie das landesfürst-liche Lehen zu Pergern.

Mittlerweile hatte sich auch Wolfs jüngerer Bruder Friedrich, undzwar mit Martha Mager von Fuchsstatt am 8. Oktober 1570 vermählt.Der ganze große Besitz Stnbenberg-Kapfenberg wurde bisher, wie es

') Stubenberg-Archiv, Schub. 10.2) Zwiedineck, Steiersberg-Archiv, S. 62.