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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Stubenberg zu bringen. An: 9. September 1535 schreibt sie an Wolf,er möchte einen Ritt zugleich mit seinem Vetter Franz nach Schlaningtun. Sie habe mit ihm zu reden. Könnte er nicht abkommen, so würdesie selbst die Reise nicht scheuen. Es handle sich um Dinge, bei denensie ohne den Rat ihrer Verwandten nichts unternehmen möchte. Eswurde dann eine Zusammenkunft in Graz verabredet, die aber nichtzu stände kam. Im Februar 1539 wurde ein Inventar von Schlaningauf Befehl Ferdinands I. aufgenommen. Wahrscheinlich war damalsBarbara bereits gestorben. Die Bedrängnisse gingen auf ihre TochterMagdalena über, die nun als Witwe Erasmus' von Rathmannsdorfin Gutenberg lebte. Wir besitzen einen Entwurf eines Schreibens, dassie an Franz Batthpanp senden sollte. Wahrscheinlich rührt es vonWolfgang her. „Ihr wißt," heißt es da, „wie ich meines letzten undmütterlichen Erbes wegen, des Schlaning und Zugehörung halber,angegriffen bin. Ich habe niemanden, der mir beistünde, als den Erz-priester von Obersteier, Otto von Radmannsdorf, den Bruder meinesverstorbenen Mannes. Aber der ist nun selbst krank und so will ichmich um einen andern Vertreter umsehen."') Wolfgang riet der Witwe,noch eine Bittschrift an König Ferdinand einzureichen und legte ihrauch hiefür einen Entwurf vor. Zugleich säumte er nicht, die genauestenErkundigungen einzuziehen, wie es auf der Herrschaft Schlaning mitallem und jedem bestellt sei. Inzwischen führte er die Verhandlungenmit Magdalena weiter und am 23. November 1540 kam es zu einervorläufigen „Abrede" über den Kauf. Nachdem Magdalena ihm Mit-teilung gemacht hatte, daß Batthyanp ungarischem Brauch zufolge ihrals der rechten Erbin seinen Anteil an Schlaning lassen müsse, be-willigte er, sich auf ihre Kosten eine genaue Übersicht über den Standder L-ache zu verschaffen. Dagegen erklärt Magdalena, ihm den TeilBatthyanys, den er zu lösen geben muß, samt ihrem eigenen Anteildem Landsbrauch nach zu überlassen. Würde allerdings der Preis einzu hochgespannter sein, so würde sich Wolf in die Sache nicht ein-lassen. Am wichtigsten in all diesen Verhandlungen ist wohl der letztePunkt. Die Tochter Andres von Stubenberg hatte, den Bestimmungender Erbeinignng zuwider, Gutenberg inne; ältere Versuche Wolfs,diesen alten Besitz auf den Namen Stubenberg wieder zurückzubringen,hatten nicht den gewünschten Erfolg; andererseits war der Besitz fürdie Frau von Radmannsdorf doch nur ein lebenslänglicher und konnteaus die Kinder nicht übergehen. Da meinte Magdalena nun, den gün-stigen Moment gefunden zu haben, um Gutenberg für ihre Kinder zuerwerben. Sie erklärte sich demnach bereit, um Schlaning Gutenbergabzulösen oder für den Kaufpreis von Schlaning Gutenberg zu kaufen.Daraus ließ Wolsgang in der richtigen Erwägung, daß dieses ohne-dies in absehbarer Zeit auf den Namen Stubenberg übergehen müsse,sich nicht ein und erklärte, über diesen Gegenstand erst dann verhandelnzu wollen, wenn die Schlaninger Sache abgetan sei. Magdalena scheint

>) Stubenberg-Archiv, 36,238.