Druckschrift 
Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
Entstehung
Seite
182
Einzelbild herunterladen
 

182

daraus entnehmen, daß Pillichdorf der Kapfenberger Linie gebliebensei, so steht dem ein Schreiben der Landesverordneten von Nieder-österreich entgegen, in welchem sie von der Wurmberger Linie den ansdie Herrschaft Pillichdors entfallenden Anteil an den Kosten für Zweckeder Landesverteidigung verlangen/)

Eimmdzwanzigstes Kinkel.

Wolfgang Herr von Stubenberg und feine Erfolge

in Steiermark.

Mit stetig steigendein Erfolge hatte Wolsgang von Stubenbergnicht bloß die eigenen, sondern auch die wirtschaftlichen Angelegen-heiten des Bruders besorgt. Er vertrat die letzteren auch der Regierungund der Landschaft gegenüber. Wenn sich danach in späteren Tageneinmal der Fall zutrug, daß beide Brüder etwa ihrer Landschafts-rechnungen wegen nach Graz gerufen wurden und Wolfgang erkranktwar, sah Hans sich genötigt, anzuzeigen, da sein Bruder bisher in alldiesen Dingen gehandelt, so könnte man diesmal dem Verlangen derLandschaft nicht entsprechen. Man möge zuwarten, bis der Brudergenesen sei/) Hans wird seit 1523 weder in Urkunden noch auch inBriefen oder in den Steuerbüchern erwähnt und so scheint es, daß erin diesem Jahre gestorben ist. Der große Besitz des Hauses lag nunganz in den Händen Wolfs. Den Lehren seines Vaters getreu, „nichtzu zeitlich zu heiraten, weil einem die Kinder zu früh unter die Augenwachsen", wählte er erst 1527 seine Gemahlin. Es war Sophie, dieTochter Hansens von Teuffenbach-Maßweg und Reginas, der Schwesterdes Landeshauptmannes Sigmund von Dietrichstein/) Die Hochzeitwurde sonach mitten in den Stürmen der Zeit gefeiert, die eben erstnoch den Landeshauptmann und Wolfgang selbst in die äußerste Gefahrgebracht hatten. Der Besitz, den die beiden Brüder von ihrem Vaterübernahmen, lag im Viertel Ennstal; er hatte 1900 Pfund Gültenund war in der Steuer mit 476 Pfund und 40 Pfennig veranlagt/)Vergleichsweise hat das Stift Admont 3733 Pfund Gülten, Voran563 Pfund, das Gesamthaus Stubenberg mit 3477 Pfund fast ebenso-viel wie das reichste steirische Stift/) Diesen Besitz weiß Wolf in treff-

0 Ebenda, 34/222.

2) Steierm. Landesarchiv, Ii,. X., 1522, Georgilandtag.

ch Der Heiratsvertrag vom 28. Jänner 1527 im Original, steierm. Landes-archiv. Sieh auch Veröffentlichungen d. Hist. Landeskommission, XX, 126.

/ Wir besitzen ein leider undatiertes Verzeichnis der Zinse und Gülten,die zu Kapfenberg gehören. Es sind 1030 Pfund, dazu ein Haus zu Kapfen-berg bei der Mürz, ein zweites beim Tor; ein Haus in Graz gegen den Pfarr-hof, in Neustadt gegen den Stadtgraben. Bezüglich des letzteren liegt ei» BefehlFerdinands I. vom 15. November 1524 vor, es, da es verfallen sei, wieder auf-zubauen.

°) Steierm. Landesarchiv, Steuerbücher, 1516.