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Jakob von Montsort übernehmen, der mit einer Fuggerin vermähltwar. Der junge Herr Balthasar machte all diesen Plänen der Ver-wandten ein jähes Ende: Von Stättenberg aus schrieb er am 18. Dezem-ber 1554 an Wolfgang von Stubenberg: „Auf seine Bitten haben ihmdie Herren Hans und Balthasar von Lamberg ihre Pflegetochter— sie hieß Anna —, die Tochter weiland Daniels von Lamberg, zurGattin verheißen, den Tag für die Heiratsabrede auf den 30. unddie Malstätte nach Pettan angesetzt, ,wohin wir alle am 29. gehen/"Er bittet ihn, gleichfalls dort zu erscheinen oder, falls er krank wäre,seinen Sohn Hans zu senden, um ihm Beistand zu leisten. Die Hochzeitwurde am l 5. Jänner 1555 gefeiert. Da gab es ein Paar, dessenEheglück noch aus jeder Zeile der eigenhändigen genealogischen Aus-zeichnungen Balthasars herausleuchtet.
Neunzehntes Kinkel.
Hans und Wolfgang von Stukenborg.
Es ist kein freundliches Bild, das die Geschichte des HausesStubenberg in den letzten drei Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts demForscher bietet. Wir haben die Politik Friedrichs III. dem HauseStubenberg gegenüber geschildert, wie sie war: beseelt von dem Ge-danken, das Aufkommen territorialer Mächte, wie es die des HausesCilli gewesen, unmöglich zu machen, selbst mit Mitteln, die nicht immerdie reinlichsten waren. Die Politik dieses Fürsten mußte, folgerichtigdurchgeführt, zur Zertrümmerung der großen innerösterreichischen Fa-milienbesitze und zu deren unbehinderten Anfall an die landesfürst-liche Gewalt führen. Wer wollte verkennen, daß die großen Adels-häuser selbst diese Entwicklung mit befördern halfen. Wie in derlandesfürstlichen Familie selbst, so tritt bei diesen Adelshäusern dasin den alten Erbeinignngen so scharf betonte Prinzip der Familien-zusammengehörigkeit in den Hintergrund, die Äste eines Stammes, dieZweige eines Astes stehen einander fremd gegenüber, statt mit denFamilienzugehörigen werden mit Fremden Erbverträge geschlossen, undwenn es sich um die Übernahme einer Gerhabschaft handelt, ist dieder nächsten Familienangehörigen die von allen am meisten gehaßte.So konnte es geschehen, daß Hans von Stubenberg zu Gunsten derBaumkircher aus der alten Erbeinigung des eigenen Hauses heraus-tritt und daß drei verschiedene Zweige des Hauses Stubenberg denAnfall ihres Landbesitzes nicht an den nächsten Zweig des eigenenHauses, sondern an den Kaiser vorbereiten. Man konnte die Erfolgedieser selbstmörderischen Politik bald mit den Händen greisen. Hattees noch in der Mitte des Jahrhunderts den Anschein, als ob dasoberste Landesamt im Herzogtums Steier dem Hause Stubenberg nahe-zu erblich gehöre, so war hievon jetzt keine Rede mehr und die Hat-