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Geschichte des altsteirischen Herren- und Grafenhauses Stubenberg : mit 27 Abbildungen und einer Stammtafel
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Balthasars Fußleiden angegangen, das er sodann an den Oheim desKnaben, Adam von Dietrichstein, einsandte.') Wir entnehmen demBriefe, „daß Vesalius, wie später auch Montanus, vor allem diefehlerhafte Gestaltung des Sprunggelenkes feststellt und, ohne voneinem Klumpfuße zu sprechen, doch mit wenigen, aber unzweideutigenWorten die dem vurus zukommenden Symptome hervorhebt".stVesalius kann, wie Dietrichstein meldet, wenig raten. Er müßte denKranken selbst beobachten. Von Balthasars Krankheit ist weiterhin keineRede. Er weilte noch längere Zeit in Padua und bat seine Gerhabenim April 1552, ihn an den Rhein ziehen zu lassen, um auch dortLand und Leute kennen zu lernen.") Beide waren nicht dagegen, wenn-gleich sie es lieber gesehen hätten, er wäre Heiingekommen, da sie beide,kränklich wie sie waren, die Vormundschaft nicht in gewohnter Weiseführen konnten. Sie ordneten sich daher mit Wissen des Landeshaupt-mannes den Rechtsanwalt Dionys Schränkler bei. st Kam die Rhein-reise nicht zu stände, so konnte Balthasar doch noch in Italien vieleslernen. „Unserem Vetter Balthasar", schreibt Auersperg am 1. Jänner1554, „geht es wohl. Ist dieser Zeit zu Ferreira beim Herzog, derihm, wie er mir schreibt, alle Freundschaft beweist. Und kann da, wenner nur will, Hosweise und Zucht lernen. Aber er ist freilich etwas zuzehrlich.st Hab' ihm jetzt abermals 269 Kronen geschickt und bin willens,ihn in Kürze herauszunehmen und ihm seine Güter übergeben. TrageFürsorge, er wird bei den hohen Steuern nicht bestehen können." Nunbetrug die Herrengült von Balthasars Gütern zwar die hohe Summevon 1254 Pfund 4 Schilling und 5 Pfennigen, wenn man aber be-denkt, daß in manchem Jahre die Steuerauflage drei Viertel davonbetrug — von einem Pfund sechs Schilling —, so ist die SorgeAuerspergs wohl eine berechtigte gewesen. Kein Wunder, wenn dieGerhaben an eine reiche Partie für ihr Mündel denken, denn nurdann konnte der Glanz des Hauses gebührend aufrecht erhalten werden.In dieser Beziehung ist eine Beratung von Interesse, die am 1. Fe-bruar 1554 zwischen den Gerhaben und Sigmund von Dietrichsteinabgehalten wurde. Da wird ausdrücklich festgesetzt, daß Herrn Bal-thasar wegen seiner Zehrlichkeit eine Hausfrau von nöten ist, die ihmetwas zubringt. Man denkt an eine Fugger oder eine Tochter desHerrn Bernhard Schindl, „die auch ein ansehnliches Heiratsgut be-sitzt".") Die Vermittlung wegen der Fuggerschen Heirat sollte Graf

') Gedruckt von Qu aß, a. a, O. S, 1107.

2) Fasset, a. a. O, S. 17. Ich bemerke übrigens, daß Balthasar keinenBruder hatte, von dem dort gesprochen wird. Es wird fein Vetter gemeint sein,u. zur Hans, denn Wolf sollte erst 1550 dahingesandt werden. Balthasar hieltsich im Jahre 1547 in Padua auf. Am 24. November bemerkt er: „Der Meisterhat am 18. November angefangen, ihn zu heilen. Er hofft, mich gesund zumachen; drum will ich alles leiden."

st Wolf Engelbrecht von Auersperg an Wolf Stubenberg. Schreiben vom23. April 1552.

st Seine Instruktion vom 24. April 1552 im Stubenberg-Archiv, 7/20.

st Er verzehrt zu viel.

st Stubeuberg-Archiv, 7/20.