150
lassen. „Ich habe", schreibt er, „oft Jemanden Brief und Siegel gezeigt.Es ist mir zu großein Schaden gekommen."
Seine zweite Gemahlin Helene scheint von gleichen Gesinnungenbeherrscht gewesen zu sein. Darum hätte er sie gern zur Vormündern:für die Kinder gesetzt. Nicht so stand es mit seinen: Vetter, der zugleichsein Schwager war, mit Friedrich von Stubenberg, dem wir uns umso mehr zuwenden müssen, als er lange Zeit hindurch in Steiermarkeine wichtige Rolle gespielt hat.
Der jüngere Sohn Lentolds von dessen zweiter Gemahlin wurdeschon in früher Jugend in all die Irrungen einbezogen, die derStreit Hansens mit seinem Vater zeitigte. Am 23. März 1467, ermuß damals noch im zarten Alter gewesen sein, wurde er nebst seinerSchwester Helene in den Schutz und Schirm des Kaisers genominen.Dann folgen die bekannten Vergabungen Ursulas an den letzteren, diein letzter Linie den Anfall ihres gesamten Besitzes an den Kaiser inAussicht nehmen. Halbenrain und Klöch werden an Pfleger gegeben,die vom Kaiser bestimmt sind, und so auch die Ämter Treffen und inder Geil. Stubeck, das in den schweren Tagen Leutolds verpfändetwerden mußte, löste Hans für sich und seinen Bruder erst am24. August 1477 aus. st Am 30. Jänner 1473 erklärte Friedrich, gegendas Vermächtnis seiner Mutter an den Kaiser keine Einwendungenerheben zu wollen, st Kaum konnte Friedrich selbst großjährig gewordensein, als ihm die Vormundschaft für die hinterlassenen Kinder seinesStiefbruders Hans, Kaspar und Balthasar, zufiel. Wie Wolf scheintauch Friedrich anfänglich mit finanziellen Schwierigkeiten gekämpft zuhaben, wie man aus verschiedenen noch erhaltenen Schuldbriefen sieht.Um 1485 wird er das Amt eines Kämmerers erhalten haben. DerKaiser übergab ihm hiefür gegen pflegweise Verrechnung das AmtSemriach samt Gericht, st In den nächsten Jahren find es die Aufgabenseines Amtes, mit denen Friedrich beschäftigt ist. Er hat namensdes Kaisers Besitzstreitigkeiten zu erledigen. Im Jahre 1487 wendeter viele Mühe an, Schloß Neidberg, das Friedrich III. an Engelhardvon Hayd übergeben, in seine Gewalt zu bekommenst und wird hierinvon seinem Vetter Otto nachdrücklich unterstützt. Der Erfolg blieb freilichaus, trotzdem selbst Sigmund Prüschenk ihn feiner Hilfe versicherte, stZur Beratung des Waffenstillstandes mit den Ungarn lädt er mitBalthasar von Tannhausen u. a. den Abt Johann von St. Lambrechtzu dem am 14. Mai abzuhaltenden Landtag einst und erledigt eineReihe von Geschäften, die ihm von Friedrich III. aufgetragen waren; vorallem soll er diesem von den steirischen Herren und Landleuten Geld
st Steierm. Landesarchiv, Regest.
2) Haus-, Hof-und Staatsarchiv, Rep.24, Fol. 487. Apost eleu, VIII, 277/8.ch Amtsrevers Friedrichs vom 22. Juli i486, Juli 22. Haus-, Hof- undStaatsarchiv, Rep. 24, Fol. 541. Muchar, Not., Reg. 57.
0 Hierüber verbreiten sich mehrere Urkunden des steierm. Landesarchivs,st Original, ddo. Innsbruck 1488, Februar 2l., im steierm. Landesarchiv,st Orig.-Perg., Stiftsarchiv, St. Lambrecht, 300 a.