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Erasmus erhalten habend) Der Tätigkeit der beiden in der Baum-kircherfehde wurde bereits gedacht: sie stehen fest zu Friedrich III.Zweifellos gingen ihnen die Verluste nahe, die das Gesamthaus indiesen Streitigkeiten, in denen schließlich Thomas umgekommen ist, er-litten hat. Darum kann man noch in den Ermahnungen unseres Wolfan seine Söhne lesen: Laßt Euch gegen Euren Landesfürsten in kei-nerlei Streitigkeiten ein. Bedenkt, wie es dem Baumkircher, demGreissenegger und vielen anderen ergangen ist, die einen bösen Toderlitten haben und deren Kinder arm geworden sind. Thomas machtefür sein Hans einzelne kleine Erwerbungen zu Meitschern im Enns-tal n. s. w. Als er starb, hinterließ er nicht weniger als zehn Kinder:Otto, Jörg, Jakob, Andre, Balthasar, Kaspar, Margarete, Anna,Barbara und Magdalena. Es ist begreiflich, daß bei einer so starkenKinderzahl für einige die Versorgung entweder im geistlichen Standoder im Hofdienst gesucht werden mußte. Kaspar und Balthasar wurdenGeistliche, Anna lebte eine Zeitlang als Hoffräulein am Hofe Fried-richs III. und auch Otto finden wir in der Folge in kaiserlichenDiensten.
Trotz ihrer großen Mitgliederzahl ist dieser älteste Zweig desHauses zuerst eingegangen. Kaspar wurde schon 1462 von der Majo-rität des Domkapitels zum Propst des Augustinerstiftes zu Salzburggewählt. Als solcher geriet er mit dem Erzbischof Bernhard von Rohrin einen heftigen Streit über die Besetzung der Propstei zu Högel-ward sowie über den dem Dompropst gebührenden Vorrang vor demBischof von Chiemsee, worüber es am 27. März 1478 bei einer Pro-zession zu einem öffentlichen Skandal kam. Kaspar legte Insul undHandschuhe ab, verließ die Prozession und begab sich an das kaiser-liche Hoflager, wo er seine Sache vortrug. Noch war der Streit nichtbeendet, als er am 9. Mai 1478 starb. In den Angelegenheitenseines Hauses war er mehrfach tätig gewesen. Den unmündigenBrüdern war er durch lange Zeit Vormund, und als solcher kam erin Streit mit Ernst dem Pranker. Für das Haus Stubenberg starber zu früh: kein Zweifel, daß er infolge seiner hohen Begabungbei längerem Leben zu einflußreicher Stelle gelangt wäre. Auch Bal-thasar, der seinen Bruder um 52 Jahre überlebte, kam in Salzburgzu geistlichen Würden. Er bekleidete eine Domherrnstelle daselbst. AlsKaspar starb, der wohl der Älteste in der Familie war, waren auchOtto und Jörg der Gerhabschaft bereits entwachsen. Man entnimmtverschiedenen Urkunden, daß die Lage der Familie keine glänzende war.ZNoch lange nach dem Tode des Vaters mußten Verbindlichkeiten, die
>) Ooäsx Tollet, 116 a.
2) Orig.-Perg,, steierm. Landesarchiv, 735vd. Das Siegel Kaspars ist guterhalten.
») Ebenda 7452 b, Not.-Bl. I, 359.
4) Ebenda 7748, Not.-Bl. IX, 438. Am 18. März 1479 versetzt Ottodem Propst Augustin und dem Konvent von Stanz das Dorf Grafendorf.Ebenda 7763 a.